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Gutschein, Geld oder Alternative: Das geht beim Umtausch

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Von: Theresa Lippe

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Geschenkumtausch im Laden
Unliebsame Geschenke werden häufig nach Weihnachten umgetauscht. Doch besonders in Ladengeschäften sind Verbraucher dabei auf die Kulanz der Händler angewiesen. © Theresa Lippe

Nett gemeint und trotzdem den Geschmack nicht getroffen: Nach den Weihnachtsfeiertagen beginnt in den Geschäften der große Umtauschmarathon von ungeliebten Geschenken.

Eschwege – Doch die Rückgabe ist in Ladengeschäften nicht immer ganz einfach. Denn was nicht gefällt, kann nicht einfach umgetauscht werden.

Umtausch

Der Beschenkte hat nicht automatisch ein Recht auf Umtausch, sollte das Geschenk nicht gefallen oder gar doppelt unterm Baum gelegen haben. Hier seien die Betroffenen auf die Kulanz der Händlerinnen und Händler angewiesen, informiert die Verbraucherzentrale. Denn wenn eine eventuelle Rücknahme nicht beim Kauf schriftlich festgehalten wurde, muss kein Händler das unliebsame Geschenk zurücknehmen. Anders sieht es da im Internet aus.

„Bei uns gibt es wenig Umtäusche, da die Kunden vor Ort das Spielzeug in die Hand nehmen können und beraten werden“, sagt Jens Berndt vom Spielzeugland-Eschwege. Seine Frau betreibt seit über 30 Jahren den Spielwarenladen. „Diskussionen wegen Umtäuschen haben wir mit Kunden eigentlich keine“, sagt Berndt.

Sollte ein Puzzle oder eine Modelleisenbahn doch mal doppelt unterm Weihnachtsbaum gelegen haben, so können die Kunden einen Wertgutschein erhalten oder sich zum gleichen Wert einen anderen Artikel aussuchen. Bargeld wird nicht ausgezahlt.

Gutscheine können befristet sein

Grundsätzlich, so die Verbraucherzentrale Hessen, können Gutscheine befristet sein. Ist die Frist zu knapp, zum Beispiel nur ein Jahr, sei sie unwirksam. In der Regel lassen sich die Daten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nachlesen. Sofern eine Frist abgelaufen ist und der Verkäufer die Einlösung verweigert, habe man grundsätzlich Anspruch auf die Erstattung des Geldwerts. Dies gelte jedoch nicht im Fall einer Verjährung, die bei unbefristeten oder zu kurz befristeten Gutscheinen gelte und im Allgemeinen bei drei Jahren liege.
Digitale Guthabenkarten, etwa für Filme oder Musik, würden genauso behandelt. Auch sie könnten befristet sein. dpa/mxb

Im Modegeschäft Vockeroth in der Schlossgalerie wird der Umtausch kulant gehandhabt: „Wir nehmen die Wahre zurück, der Kunde kann sich aussuchen, ob er einen Gutschein möchte, das Geld zurückbekommt oder sich zum gleichen Wert ein anderes Kleidungsstück mitnimmt“, berichtet Petra Holzapfel, stellvertretende Hausleitung. „Die Menschen kaufen wieder bewusster ein“, sagt sie. Dass es durch Corona oder Internetshopping zu signifikant mehr Rückgaben käme, könne sie nicht bestätigen.

Im Eschweger Geschenkartikel-Geschäft „Vitrine“ setzt Inhaber Alexander Mühlhausen vor allem auf guten Kundenkontakt. „Ich halte nichts davon, Kunden mit Gutscheinen an meinen Fachhandel zu binden.“

Er erstatte das Geld und setze darauf, dass durch gute Beratung und ausgewähltes Angebot die Kunden gerne wieder zurückkommen, um sich etwas Neues auszusuchen.

Rücksendung

Egal ob online oder telefonisch bestellt – laut Verbraucherzentrale kann dort der abgeschlossene Kaufvertrag innerhalb von zwei Wochen widerrufen, also die Ware zurückgeschickt werden. Hier sei laut Verbraucherzentrale jedoch wichtig, dass die Widerrufsfrist noch nicht abgelaufen sei. Viele Onlineshops haben über die Feiertage deshalb extra eine verlängerte Rückgabefrist für bestellte Artikel.

Reklamation

Hat der Mantel ein Loch oder funktioniert die Spielekonsole nicht? Kein Problem, wenn die Ware neu und nicht gebraucht gekauft wurde. Denn hier greift laut der Verbraucherzentrale die zweijährige Garantie. In diesen zwei Jahren können die Käufer Ansprüche bei den Händlern geltend machen – egal ob im Internet bestellt oder im Ladengeschäft vor Ort gekauft. (Theresa Lippe)

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