Verfahren eingestellt 

Untreue in sieben Fällen - Zeuge verstrickt sich in Widersprüche

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Untreue in sieben Fällen - Zeuge verstrickt sich in Widersprüche

Das Amtsgericht Eschwege hat ein Verfahren gegen einen Mann aus Meiningen wegen des Verdachts der Untreue in sieben Fällen eingestellt.

Das Amtsgericht Eschwege hat ein Verfahren gegen einen Mann aus Meiningen wegen des Verdachts der Untreue in sieben Fällen eingestellt. Darauf einigten sich die Vorsitzende Richterin Schmidt mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung.  

Ausschlaggebend für die Einstellung war, dass der Hauptbelastungszeuge in einem vorhergehenden Prozess vor dem Arbeitsgericht die Vorwürfe bereits fallen gelassen hatte.

Vorwurf, Leistungen privat abgerechnet zu haben

Dem 55 Jahre alten Angeklagten wurde vorgeworfen als Betriebsleiter bei einer im Werra-Meißner-Kreis ansässigen Gesellschaft in den Jahren 2015 bis Mitte 2017 in zwei Fällen Leistungen einer Autowerkstatt privater Fahrzeuge über den Arbeitgeber abgerechnet zu haben. 

Im Weiteren stand er laut Staatsanwaltschaft in Verdacht, in diesem Zeitraum einen geleasten Firmenwagen einer externen Person überlassen zu haben. Auch sollte er Einnahmen aus dem Verkauf von Fahrzeugen des Fuhrparks einbehalten haben.

Hauptbelastungszeuge verstrickt sich in Widersprüche

Diese Vorwürfe waren im Laufe des Prozesses vor dem Eschweger Amtsgericht am Dienstagmorgen nicht mehr haltbar. Insbesondere deshalb nicht, weil der Hauptbelastungszeuge und ehemalige Chef des Angeklagten, sich bei der Beweisaufnahme in Widersprüche verstrickte. 

Die Richterin arbeitete in ihrer Vernehmung heraus, dass der Firmeninhaber aufgrund von privaten Verpflichtungen sich im Tatzeitraum zwischen 2015 und 2017 nur noch „halbtags“ in seinem Betrieb, zu dem rund 40 Fahrzeuge gehörten, aufhielt. Die Hauptarbeit habe der Angeklagte verrichtet. „Ich habe die Firma quasi alleine geführt, ohne eine Legitimation dafür zu haben“, sagte der Angeklagte.

Eklat zwischen Eigentümer und Betriebsleiter

Vor drei Jahren sei es dann zum großen Eklat zwischen Eigentümer und dem verantwortlichen Betriebsleiter gekommen. Danach sei „nichts mehr wie vorher gewesen“. Vor Gericht stand unter anderem im Raum, dass der Angeklagte Reparaturen seines Privat-LKW über die Firma abrechnen ließ. 

Außerdem soll der Leasingvertrag für einen Kleinwagen für eine firmenfremde Person ebenfalls über das Unternehmen gelaufen sein. Während der Verhandlung kam heraus, dass der Firmeninhaber nach eigenen Angaben alle Rechnungen und Verträge selbst prüfte und somit von Anfang an über die Vorgänge im Bilde sein musste.

Vorwürfe bereits vor Arbeitsgericht verhandelt 

Besonders prekär: Vor dem Arbeitsgericht waren diese Vorfälle wegen der außerordentlichen Kündigung des Angeklagten bereits einmal thematisiert worden. 

Das Gericht befand, dass die Kündigung nicht rechtmäßig gewesen sei, und verlangte vom Firmenschef, die Kündigung in eine ordentliche umzuwandeln, dem ehemaligen Betriebsleiter die ausstehenden Gehälter auszuzahlen und ihm ein wohlwollendes Zeugnis auszustellen, dass das Bedauern des Arbeitgebers, gute Wünsche für den Ex-Angestellten und insgesamt das Prädikat „gut“ beinhalten sollte. Dieses Urteil hatte der Unternehmenschef und gestrige Zeuge akzeptiert und somit zur Einstellung des Strafprozesses am Dienstag maßgeblich beigetragen.

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