Vorsitzende des Eschweger Zinnfigurenkabinetts Waltraud Freitag geehrt

Landesehrenbrief für Waltraud Freitag

Waldtraut Schäfer erhält Landesehrenbrief
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Waldraut Freitag (Mitte) hat den Landesehrenbrief erhalten. Begleitet wurde sie ins Rathaus von ihrer Enkelin Saskia Scheuffler.

Waldraut Freitag hat am Freitag den Landesehrenbrief erhalten. Die 79-jährige war zehn Jahre Vorsitzende des Zinnfigurenkabinetts in Eschwege.

Eschwege – Einen Preußen habe sie nicht von einem Österreicher unterscheiden können, als sie 2010 den Vorsitz des Vereins der Eschweger Zinnfiguren- und Miniaturenfreunde übernahm, erzählt Waltraud Freitag lachend und mit der richtigen Portion an Ironie und Pragmatismus, die der Eschwegerin zu eigen ist. Am gestrigen Freitag hat Waltraud Freitag nicht nur ihren 79. Geburtstag gefeiert, sondern erhielt von Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe auch den Ehrenbrief des Landes Hessens.

Der wurde allerdings nicht am prominentesten Ort ihres Wirkens verliehen – im Zinnfigurenkabinett – sondern wegen der notwendigen Abstände im Saal des Eschweger Rathauses. An der Seite ihrer Enkelin Saskia Scheuffler nahm Waltraud Freitag ihre Urkunde, einen großen Blumenstrauß und die Glückwünsche von Bürgermeister Heppe, Ehrenbürgermeister Jürgen Zick, Günter Grüning sowie von Ingrid und Lothar Quanz entgegen.

„Gesundheit und viel Kraft für die vielen Aufgaben, die noch vor dir liegen“, wünschte ihr Bürgermeister Heppe. Ihr Engagement für das Zinnfigurenkabinett sei nicht unbemerkt geblieben, sondern habe Spuren hinterlassen, die auch Gäste der Stadt sehen könnten, und damit habe Waltraud Freitag ein touristisches Highlight für ihre Heimatstadt geschaffen. Heppe würdigte ihr großes soziales Engagement, beispielsweise bei den Ferienspielen, wo Waltraud Freitag dafür sorgte, dass sich Kinder mit der Geschichte ihrer Heimat vertraut machen können. „Du bist ein absolutes Vorbild, wir sind stolz auf dich“, sagte Heppe.

Als bis heute bundesweit einzige Frau an der Spitze eines Vereins, der sich den Zinnfiguren verschrieben hat, hat Waltraud Freitag das Museum an der Kemenate in Eschwege zu Berühmtheit und Anerkennung weit über die Region hinaus verholfen – unter anderem holte sie ein Bundestreffen nach Eschwege und machte die Kreisstadt damit zur Messestadt.

Das Gebäude in der Eschweger Altstadt an der Kemenate beherbergt auf fünf Etagen, die ebenso zierlich wie die dort ausgestellten Figürchen sind, Tausende Miniaturen von Kaisern, Königen und vielen anderen bedeutenden historischen Persönlichkeiten, ganze Armeen, die zu einer Reise durch 5000 Jahre Weltgeschichte einladen.

Den Vorsitz des Vereins übernahm sie 2010, nachdem sie bereits acht Jahre in dem Metier aktiv war. „Durch meinen Bruder und meinen Lebensgefährten Herbert Fritsche bin ich da reingewachsen“, sagt sie. Aber bis heute wüsste sie nicht, ob die Preußen silberne oder goldene Knöpfe an der Uniform gehabt hätten. „Das hat mich nicht interessiert, darüber wissen aber meist die Besucher des Kabinetts bestens Bescheid“, sagt Waltraud Freitag. Im August dieses Jahres gab sie den Vorsitz des Vereins ab.

Doch die 79-jährige Waldtraut Freitag steht nicht nur für das Zinnfigurenkabinett, sondern auch für Familie. „Ich habe eine Tochter, zwei Enkel und drei Urenkel.“ Deshalb ließ es sich ihre Enkelin Saskia im Rathaussaal auch nicht nehmen, auf weitere Verdienste ihrer umtriebigen Großmutter zu verweisen. „Die Auszeichnung als beste Oma der Welt hat sie schon ganz oft bekommen.“

Von Stefanie Salzmann

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