CORONAVIRUS

Wenig Bier fließt wegen Corona: Brauereien verzeichnen Umsatzeinbruch

Zwei Arme füllen am Zapfhahn ein Bierglas.
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Der Bierabsatz der Heimatbrauereien im Landkreis ist durch die Coronapandemie stark eingebrochen

Der Bierabsatz der Heimatbrauereien ist durch Corona stark eingebrochen. Das haben die Eschweger Klosterbrauerei (AKE) und Schinkels Bio-Brauerei in Witzenhausen bestätigt.

Werra-Meißner – Vor allem der Fassabsatz ist zurückgegangen: Rainer Schinkel spricht von einem Einbruch um 100 Prozent. Als Konsequenz wurde die Fassbierproduktion gedrosselt, einige Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Der Eschweger Brauerei fehle auch beim Flaschenabsatz ein erheblicher Umsatz, wie Sprecherin Tanja Beck mitteilt. Gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt erfahre AKE in dieser Zeit aber durch ihre Schwesterbrauereien der Familie Klesper in Fulda, Lauterbach und Bayern.

Beck weist in diesem Zusammenhang auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes hin, von denen auch die Region betroffen ist. Demnach ist in der Branche 2020 im Vorjahresvergleich ein Gesamtrückgang von 5,5 Prozent zu verzeichnen, was rund 500 Millionen Litern Bier entspricht. Im ersten Halbjahr 2021 sind es 113 Millionen Liter weniger, was gut drei Prozent ausmacht.

27 Prozent Umsatzeinbruch im Januar

113 Millionen Liter Bier weniger im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Statistische Bundesamt im ersten Halbjahr 2021. Insgesamt wurden in dieser Zeit 4,2 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Den höchsten Einbruch gab es im Januar (27 Prozent) und Februar (19 Prozent). Zwischen den Lockdowns konnte sich die Branche immer wieder kurz erholen, verzeichnete im Sommer und durch Lockerungen im Juni 2021 sogar ein Plus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Hauptgründe sind unter anderem die pandemiebedingten Ausfälle von Großveranstaltungen wie die Erntefeste und das Johannisfest, aber auch das fehlende Vereinsleben und die geschlossene Gastronomie. „Die Ausschank- und Kühlwagen, Bierfässer und Festequipment haben sich seit März 2020 kaum aus der Brauerei bewegt“, sagt Beck. Dazu kämen „aggressive Industriebrauereien“, die versuchten, „mittelständische Privatbrauereien mit Billigpreisen zu verdrängen“.

Dennoch waren die Brauereien hinter den Kulissen nicht untätig und haben an ihrer Produktvielfalt gearbeitet. „Dadurch konnten wir die Einbrüche des Fassbiers etwas auffangen und abmildern“, sagt Rainer Schinkel. Gleichzeitig habe sich bei Schinkels dadurch der Flaschenabsatz erhöht.

Seit ein paar Monaten sind Gastronomien und Kneipen wieder geöffnet, es finden kleine Veranstaltungen statt. „Das Normal-Niveau ist aber leider noch bei Weitem nicht erreicht“, sagt Beck. (Von Jessica Sippel)

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