Vor 50 Jahren gegründet

Wegweisende Veränderungen: Weniger Geld für Sozialbetrieb Werraland-Lebenswelten

Direkt auf dem Arbeitsmarkt: (von links) Marcel Wagner, Michelle Jahnert und Florian Brandau mit Tanja Frommert, Leitung des Beruflichen Ausbildungszentrums
+
Sie schlossen in diesem Jahr ihre Ausbildung ab und landeten direkt auf dem Arbeitsmarkt: (von links) Marcel Wagner, Michelle Jahnert und Florian Brandau mit Tanja Frommert, Leitung des Beruflichen Ausbildungszentrums

Das Sozialunternehmen Werraland Lebenswelten, das im Werra-Meißner-Kreis Menschen mit Beeinträchtigung integriert, steht vor großen Veränderungen.

Werra-Meißner – 50 Jahre nach Gründung des Sozialunternehmens stehen die Werraland Lebenswelten, die im gesamten Werra-Meißner-Kreis Menschen mit Beeinträchtigung integrieren, vor wegweisenden Veränderungen. Die finanzielle Situation im Sozialhilfesektor wirke sich auf Unternehmen wie Werraland negativ aus. Durch leerere kommunale und übergeordnete Kassen werde zukünftig weniger Geld zur Verfügung stehen.

„Die Zeiten, als Einrichtungen wie Werraland aus dem Vollen schöpfen konnten, sind definitiv vorbei“, sagt Georg Forchmann, Vorstandsvorsitzender der Werraland Lebenswelten.

Das Unternehmen, das behinderte und nicht-behinderte Menschen gleichermaßen beschäftigt, müsse genau wie jeder andere Betrieb wirtschaftlich denken, erklärt Forchmann. Die Zukunftspläne von Werraland stimmen Forchmann daher zuversichtlich. Geplant ist ein Neubau der Wohnstätte in Bad Sooden-Allendorf. Das ehemalige Sportinternat in der Badestadt wird zu einem inklusiven Wohn- und Sportangebot umgebaut. Weitere Schulen im Kreis sollen durch die Küche von Werraland verpflegt werden. Außerdem sollen weitere Außenarbeitsplätze in heimischen Unternehmen geschaffen werden, damit der Inklusionsgedanke verstärkt gelebt wird.

Innerhalb von 50 Jahren hat der Inklusionsbetrieb eine enorme Expansion erlebt. Neben mehreren Hundert Mitarbeitern, die inzwischen beschäftigt werden, wurden auch vier Tochterunternehmen gegründet. „Die Dienstleistungsangebote sind aus dem Werra-Meißner-Kreis nicht mehr wegzudenken“, sagt Landrat Stefan Reuß. „Die Verantwortlichen haben es geschafft, neue Arbeitsfelder aufzutun, um Menschen mit Handicap einzubinden.“ Werraland habe den Grundstein für die heutigen Inklusionsangebote bereits vor 50 Jahren gelegt. Der Stellenwert von Behinderten habe sich in den vergangnen Jahrzehnten stark verbessert, sagt Ralph Beyer, stellvertretender Dekan und Verwaltungsratsvorsitzender bei Werraland. Für die Praxis wünscht er sich, dass den Menschen weniger Mitleid und mehr pragmatische Unterstützung entgegengebracht werde. » SEITE 2

Von Tobias Stück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.