Patientenverfügung

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht: Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

Seniorenbüro
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Sollte man regeln, so lange man noch in der Lage dazu ist: Bei der Organisation einer Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung oder Patientenverfügung hilft auch das Seniorenbüro des Werra-Meißner-Kreises.

An den eigenen Tod will man eigentlich gar nicht erst denken. Trotzdem sollte man sich aber mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung beschäftigen, bevor es zu spät ist.

Werra-Meißner – Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind Aufgaben, die man gerne verdrängt. „Muss ich bald mal machen“, hört man oft, wenn das Thema zur Diskussion steht. „Um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, sollte man in guten Zeiten bestimmen, wer die Dinge regeln soll, wenn man z.B. aufgrund eines Unfalls oder einer Demenz dazu nicht mehr in der Lage ist“, sagt Alexandra Sennhenn vom Seniorenbüro und Pflegestützpunkt des Werra-Meißner-Kreises. Laut Richter Dr. Klaus Seubert vom Amtsgericht Eschwege kann eine Patientenverfügung auch Angst nehmen.

Hier gibt es Tipps zur Erstellung, Beratungsstellen und auch Vordruck-Mustern. Wir klären vorab die wichtigsten Fragen.

Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, wenn ich nicht mehr in der Lage bin, Dinge selbst zu regeln?

Es gibt drei Möglichkeiten: Um bereits im Vorfeld festzulegen, welche Personen im Ernstfall über das weitere Vorgehen bestimmen und wie die eigenen Wünsche hinsichtlich der medizinischen Versorgung aussehen, ist die Erstellung einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung sowie einer Patientenverfügung sinnvoll.

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Mit einer Vorsorgevollmacht kann man eine oder mehrere Personen bevollmächtigen, im Bedarfsfall sämtliche wichtige Angelegenheiten zu Gesundheit, Behördenangelegenheiten, Vermögen etc., auch über den Tod hinaus, für sich zu regeln. Sie ermöglicht ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit. „Ganz wichtig ist, dass man als Vollmachtgeber dieser Person absolut vertraut“, sagt Alexandra Sennhenn. Aus Gründen der Klarheit und Beweiskraft sollte sie schriftlich abgefasst und mit Ort, Datum und eigenhändiger Unterschrift versehen sein. Hierfür gibt es einen Vordruck.

Wie unterscheidet sich eine Betreuungsverfügung?

Diese berechtigt nicht zur Vertretung bei Rechtsgeschäften. In ihr werden Wünsche festgelegt für den Fall, dass – weil keine Vollmacht erteilt wurde – ein Betreuer vom Betreuungsgericht bestellt werden muss. Die für die Betreuung vorgesehene Person erhält ihre Vertretungsmacht durch die gerichtliche Bestellung.

Und was bringt mir diese Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung beinhaltet Anweisungen für die behandelnde Ärzteschaft für den Eintritt einer lebensbedrohlichen Situation. Die einzelnen Maßnahmen müssen konkret benannt sein, um eine genaue Handlungsanweisung für die Ärzte zu geben. Sie sollte handschriftlich verfasst sein oder im Falle eines Vordruckes sämtliche Aspekte berücksichtigen. Es wird empfohlen, die Aktualität der gemachten Willensbekundung alle zwei Jahre mit Datum und Unterschrift zu bestätigen. Vertrauenspersonen sollten darüber informiert werden.

Können der Ehepartner oder die Kinder nichts alles für mich regeln?

Alleine der Umstand, verheiratet zu sein, räumt dem Ehepartner keine Befugnis ein, wichtige Dinge für mich zu regeln. „In unserem Rechtssystem haben nur Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern ein umfassendes Sorgerecht und damit die Befugnis zur Entscheidung und Vertretung in allen Angelegenheiten“, erklärt Alexandra Sennhenn.

Was passiert, wenn ich vorher nichts festlegen möchte?

Hat man hier nicht vorgesorgt, wird durch das Betreuungsgericht eine gesetzliche Betreuung eingerichtet und unter Umständen eine fremde Person mit der Wahrung meines Willens betraut.

Das waren jetzt sehr viele Informationen: Wer kann mir persönlich noch mal weiterhelfen?

Im Seniorenbüro und Pflegestützpunkt des Werra-Meißner-Kreises ist eine Handreichung mit Tipps zur Erstellung, Beratungsstellen und Vordruck-Mustern unter der Telefonnummer 0 56 51/3 02 14 34 erhältlich. (Tobias Stück)

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