Schaufensterbeklebung stört Fachwerk

Werbung muss weg: Bauaufsicht droht Vodafone mit Zwangsgeld

Musste weg: Das Unternehmen musste den großen Vodafone-Aufkleber über der Eingangstür auf Anordnung der Bauaufsicht des Kreises entfernen. Archivfoto: Sagawe

Eschwege. Bunte Werbung stört in Eschwege das Bild der historischen Fachwerkstadt: Das soll so nicht mehr sein. Die Bauaufsicht fordert, dass Vodafone die Werbung entfernt.

Mit einer Frist von zwei Wochen forderte die Bauaufsicht des Werra-Meißner-Kreises das Telekommunikationsunternehmen Vodfone schon im November auf, die Schaufensterwerbung der Filiale an der Ecke Forstgasse/Stad in Eschwege zu entfernen. Die Beklebung mit Schriftzügen müsse entfernt werden, so das Bauamt, ansonsten drohe ein Zwangsgeld in Höhe von 300 Euro und die zwangsweise Entfernung auf Kosten des Unternehmens.

„Die großflächige Beklebung der Schaufenster durch eine farbige Folie mit Signalwirkung ist an dieser exponierten Stelle in ihrer Werbewirkung kaum zu übertreffen, jedoch wird das Erscheinungsbild der historisch gewachsenen Fachwerkbebauung erheblich gestört“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. „Nachahmer dieser preisgünstigen Werbetechnik würden das derzeitige Erscheinungsbild der Geschäftsstraße unerträglich beeinflussen.“ Diese Einschätzung werde auch von der Stadt Eschwege geteilt.

Die Schriftzüge und Abbildungen seien Werbeanlagen mit einer Fläche von etwa sieben Quadratmetern, und die unterlägen der Baugenehmigungspflicht, heißt es in der Begründung der Behörde. Und weil sich das Gebäude in einer unter Denkmalschutz stehenden Gesamtanlage befinde, unterliege die Werbeanlage unabhängig von der Größe auch der Genehmigungspflicht durch die untere Denkmalschutzbehörde, argumentiert die Kreisverwaltung. Wörtlich: „Für keine der vorhandenen Werbeanlagen (Schaufensterbeklebung) wurde eine Genehmigung beantragt. Sämtliche Werbung ist somit formell illegal.“

Das Unternehmen hat kein Verständnis für die behördliche Anordnung. „Wir müssen uns von unseren Mitbewerbern abheben und unsere Produkte bewerben“, sagt Vodafone-Mitarbeiterin Marion Pagels vom Eschweger Shop, die darauf verweist, dass Konkurrenzfirmen auf ähnliche Weise werben würden. „Wir wollen nur eine Gleichbehandlung“, sagt sie. Zunächst konzernintern werde jetzt geprüft, ob der Weg über die formelle Baugenehmigung gangbar ist. Marion Pagels: „Wir suchen aber auch nach einer Alternative, die Fenster können jedenfalls nicht so leer bleiben.“

Der Vorgang sei kein Einzelfall, auch die Fensterbeklebung eines Mitbewerbers am Stad sei beseitigt worden, entgegnet Klinge.

Von Harald Sagawe

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