Tourismus im Coronajahr

Werra-Meißner: Herbe Verluste für Übernachtungsbetriebe - jeder zweite Gast blieb fern

Ein Hotelbett in Köln.
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Symbolfoto: Herbe Verluste für Übernachtungsbetriebe im Werra-Meißner-Kreis - jeder zweite Gast blieb fern

In den vergangenen Monaten hat sich Corona besonders stark auf den Tourismus ausgewirkt. Betroffen waren insbesondere Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten.

Werra-Meißner – Fast die Hälfte der Übernachtungsgäste sind den heimischen Beherbergungsbetrieben im vergangenen Jahr ferngeblieben. Das geht aus Zahlen des statistischen Landesamtes Hessen hervor. Statt 176 000 Gästen im Jahr 2019 kamen im Coronajahr 2020 nur 98 000 Menschen in die Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Werra-Meißner-Kreis. Das entspricht einem Rückgang von 44 Prozent.

Am härtesten hat der Rückgang die Gemeinde Meißner und die Stadt Witzenhausen getroffen. Meißner hat mit einem Verlust von 70 Prozent, Witzenhausen mit 51 Prozent zu kämpfen. Eschwege sei neben Meinhard und Sontra noch mit einem blauen Auge davongekommen, wie die Leiterin der Tourist-Information, Miriam Gerke, bemerkt.

Da hat uns der sehr gute Sommer gerettet.

Miriam Gerke, Tourist-Information Eschwege

Ein gutes Drittel kam 2020 weniger in die Kreisstadt. „Da hat uns der sehr gute Sommer gerettet“, sagt Gerke. Der Trend, Urlaub in Deutschland zu machen, habe sich in Eschwege vergangenes Jahr deutlich bemerkbar gemacht.

Gründe sind laut Sophia Schmidt-Rohr vom Statistischen Landesamt aber nicht nur im Verlust von Urlaubsgästen zu suchen. Zahlreiche ausgefallene Dienstreisen seien der Hauptgrund für die schwindenden Übernachtungszahlen. In Bad Sooden-Allendorf komme ein Runterfahren des Kurbetriebs im Frühjahr dazu.

Miriam Gerke

Mit einem Rückgang um 44 Prozent steht der Werra-Meißner-Kreis im Vergleich mit anderen Landkreis nicht schlecht da. Ganz Nordhessen hat knapp 45 Prozent der Gäste verloren. Am härtesten war Kassel betroffen (-53,4 Prozent). Der Landkreis Waldeck-Frankenberg als tourismusstärkster Landkreis in Hessen verzeichnete ein Minus von 30,1 Prozent.

Mit einer Neustartkampagne wirbt die Grimmheimat Nordhessen derzeit um Gäste, die in den Küsten- und Alpenregionen sowie im Ausland keine Urlaubsangebote finden, wie Sprecherin Ute Schulte mitteilt. Mit dem von den nordhessischen Regionen gemeinschaftlich aufgebrachten Budget in Höhe von 300 000 Euro wird vor allem im Rhein-Main- und Rhein-Ruhr-Gebiet mit den Tourismusangeboten geworben. Foto: Tobias Stück

Von Tobias Stück

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