Beschäftigungsgesellschaft zahlt 750.000 Euro für Integrationshotel

Werra-Meißner-Kreis verkauft Kochsberg an Werraland

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Neuer Eigentümer: Die Werraland-Beschäftigungsgesellschaft hat Kochsberg gekauft, (von links) Geschäftsführer Gerd Hoßbach, Hotelleiterin Veronika Küllmer, Landrat Stefan Reuß und Matthias Schulze (Leiter des Eigenbetriebs) besiegeln das Geschäft. 

Grebendorf. Die Werraland-Beschäftigungsgesellschaft in Eschwege hat die Europa-Akademie Kochsberg bei Grebendorf vom Werra-Meißner-Kreis gekauft und dafür 750.000 Euro bezahlt. 

Geschäftsführer Gerd Hoßbach und Landrat Stefan Reuß berichteten gestern von dem vor sieben Jahren bereits abgesprochenen Geschäft, das jetzt besiegelt wurde.

„Wir wollten erst mal sehen, ob wir das hinbekommen“, erklärte Hoßbach gestern den Rollenwechsel der Gesellschaft vom Pächter zum Eigentümer. Seit 2010 betreibt die Beschäftigungsgesellschaft das Hotel mit Restaurant und Tagungsstätte, sieben Jahre als Pächter, seit Februar 2017 als Eigentümer.

„Das war und ist ein anspruchsvolles Geschäft, aber auch ein Leuchtturmprojekt für Integration“, sagte Hoßbach. Für Landrat Reuß ist der Verkauf der Abschluss einer 2009 eingeleiteten Entwicklung: Der Kreis trennte sich von drei seiner Immobilien. Neben Kochsberg waren das Freizeitzentrum Meinhard und das Jugendheim auf Pellworm. Reuß gestern zu Kochsberg: „Das Haus hat sich etabliert und deutlich an Qualität gewonnen.“

Den Verkaufserlös will der Kreis in seine zwei verbliebenen Jugendeinrichtungen am Meißner und in Reichenbach investieren. Schon im Vorfeld der Eröffnung wurden 800 000 Euro für die Modernisierung des Gebäudes und für die Ausstattung ausgegeben. Der Landeswohlfahrtsverband und die Aktion Mensch unterstützten das Engagement mit Fördermitteln. Insgesamt hat die Werraland-Beschäftigungsgesellschaft in den vergangenen Jahren nach Angaben von Geschäftsführer Hoßbach 1,56 Millionen Euro auf Kochsberg investiert. Bei 52 Prozent Hotelauslastung setzt der gastronomische Betrieb 850 000 Euro pro Jahr um. Der Lohnkostenanteil liegt mit 55 Prozent um rund zehn Prozent über dem branchenüblichen Durchschnitt. 

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