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Werratalsee: Wasserqualität ist laut Umweltamt ausgezeichnet

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Von: Tobias Stück

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Die Tauchplane am Südufer des Werratalsees trennt den Badebereich vom restlichen Teil des Sees ab. Innerhalb wird am Donnerstag und Freitag eine Fällung mit Eisenchlorid vorgenommen.
Die Tauchplane am Südufer des Werratalsees trennt den Badebereich vom restlichen Teil des Sees ab. Innerhalb wird am Donnerstag und Freitag eine Fällung mit Eisenchlorid vorgenommen. © Rainer Fröhlich/Eschweger Luftsportverein

Die jüngsten Untersuchungen der Wasserqualität des Werratalsees haben keine Beanstandungen ergeben. Dennoch ist die Badestelle am Südufer demnächst drei Tage gesperrt.

Eschwege – Das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) stuft die Wasserqualität als „ausgezeichnet“ ein und hat das Gewässer zum Baden freigegeben. Die Eschweger Badestelle am Südufer ist nächste Woche aber mehrere Tage wegen „dringender Unterhaltungsmaßnahmen“ gesperrt.

Am Dienstag, 7. Juni, wird erstmals das neue Mähboot, das die Kreisstadt Eschwege angeschafft hat, im Einsatz sein. Mitarbeiter des Baubetriebshofes werden dann sowohl innerhalb der mit einer Tauchplane abgetrennten Badestelle als auch außerhalb in weiten Teilen des Sees die Wasserpflanzen beschneiden, teilt die Sprecherin der Kreisstadt, Scarlett Grebestein, mit. Das soll die Bildung von Cyanobakterien verhindern. Cyanobakterien sorgen seit Jahren dafür, dass die Wasserqualität des Sees nach großer Sonneneinstrahlung und heißem Wetter leidet. In der Vergangenheit wurde der See im Hochsommer teilweise durch das Gesundheitsamt des Werra-Meißner-Kreises gesperrt.

Die jüngsten Untersuchungen der Wasserqualität des HLNUG beziehen sich in erster Linie auf die beiden unterschiedlichen Keime Enterokokken und Escherichia-Coli. „Die untersuchten Keime können auf eine gesundheitsgefährdende Belastung hinweisen“, heißt es vonseiten des HLNUG. Bei diesen sogenannten Indikatorkeimen handelt es sich um Darmbakterien von Tieren und Menschen.

„Ein hoher Bakterienbestand im See deutet auf eine Verunreinigung durch Kot hin“, erklärt ein Ministeriumssprecher. Das sei gefährlich, weil im Kot von Tieren und Menschen viele Krankheitserreger vorhanden sein können. Wasservögel werden jetzt von der Badestelle ferngehalten. Bei der Sichtkontrolle des Werratalsees am 27. April und 24. Mai wurden auch Temperatur, pH-Wert und Sichttiefe gemessen. Bei den Untersuchungen werde auch auf Cyanobakterien geachtet, die bei einer Massenentwicklung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Badegäste führen könnten, schreibt das HLNUG.

Am kommenden Donnerstag, 9. Juni, und Freitag, 10. Juni, unternimmt die Stadt zudem weitere Fällungen. Diesmal wird Eisenchlorid in das Wasser der Badestelle innerhalb der Tauchplane gegeben. Eisenchlorid soll das Phosphat im Wasser binden und den Cyanobakterien, im Volksmund Blaualgen genannt, die Nahrung entziehen. Phosphat ist das wichtigste Kriterium für ein ungehemmtes Wachstum der Bakterien.

Die Tauchplane am Südufer des Werratalsees trennt den Badebereich vom restlichen Teil des Sees ab. Sie wurde vor zwei Jahren installiert, um die Wasserqualität für die Badegäste in dem Naturfreibad zu verbessern. Im März hatten sie Taucher der Stadtwerke repariert.

Einschränkungen durch das Coronavirus sind aufgrund der Gesetzeslage nach heutigem Stand indes nicht zu erwarten.

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