Zertifikat für hohe Standards

Eschwege: Klinikum Werra-Meißner erhält Zertifikat für Behandlung von Gefäßkrankheiten

Klinikum Werra-Meißner erhält Zertifizierung: Stolz sind Dr. Henning Köhler (von links) und rechts Tobias Meinel.
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Klinikum Werra-Meißner erhält Zertifizierung: Stolz sind Dr. Henning Köhler (von links) und rechts Tobias Meinel.

Das Klinikum Werra-Meißner hat nun eine Zertifizierung für Behandlung von Gefäßkrankheiten erhalten. Damit sind dem Eschweger Standort ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Eschwege – Eine Zertifizierung als „Stätte der Zusatzqualifikation für interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen“ hat die Abteilung Kardiologie beziehungsweise die Sektion Angiologie des Klinikums Werra-Meißner in Eschwege erhalten. Ausgezeichnet wurde die Abteilung von den Deutschen Fachgesellschaften für Kardiologie und Angiologie.

Mit dem Zertifikat wird die Abteilung nun offiziell als Zentrum zur Behandlung von Durchblutungsstörungen anerkannt. Solche Störungen treten oft bei der sogenannten Schaufensterkrankheit in den Beinen auf – seltener in den Armen. „Das Zertifikat attestiert uns eine hoch qualifizierte Arbeit. Wir haben anderthalb Jahre alle unsere Befunde übermittelt. Diese wurden streng geprüft“, erklärt Dr. Henning Köhler als Sektionsleiter des Kardiologie-Teilbereichs Angiologie.

Er verweist darauf, dass es ein Gefäßzentrum mit diesem Zertifikat im Umkreis von 50 Kilometern in keiner anderen Klinik gebe, auch nicht in Göttingen oder Kassel. Laut Dr. Köhler wird damit nicht nur die Qualität in Diagnose und Behandlung anerkannt, sondern es ergibt sich auch die Möglichkeit zur Ausbildung von Fachärzten für die Qualifikation „interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen“.

Als Erster im Haus hat Kardiologie-Oberarzt Tobias Meinel die Zusatzqualifikation erworben, der nun auch Stellvertreter Dr. Köhlers als Leiter der zertifizierten Behandlungsstätte ist. „Dies war eine der Voraussetzungen für das Zertifikat. Wir brauchten einen zweiten Kollegen mit der Zusatzqualifikation.

Diese hat Herr Meinel in den vergangenen anderthalb Jahren erfolgreich erworben“, so Köhler. Fortan ist es den beiden also auch möglich, Fachärzte der Kardiologie oder Angiologie in der Zusatzqualifikation auszubilden. „Patienten können sich bei uns auf eine Behandlung nach höchsten medizinischen Standards verlassen“, sagt er.

Mit Kathetern werden verschlossene Arterien in Armen oder Beinen, die ursächlich für die Schaufensterkrankheit sind, mit Ballons oder Stents geweitet. So werden die Durchblutungsstörungen beseitigt. 860 Behandlungen dieser Art wurden seit Juni 2017 durchgeführt, damals nahm Dr. Köhler seine Arbeit im Klinikum auf.

Bei komplexeren Fällen hält das Klinikum auch die Möglichkeit einer gefäßchirurgischen Operation bei Dr. Frank Reitmeier vor.

Klassische Symptome für die Schaufensterkrankheit sind laut Dr. Köhler Schmerzen beim Gehen, insbesondere in den Waden. „Die Wegstrecke, die man schmerzfrei bewältigen kann, wird immer kürzer. Betroffene müssen ein paar Minuten stehen bleiben – wie vor einem Schaufenster, um dann weiter schmerzfrei gehen zu können“, erklärt er. Wer solche Symptome hat, der sollte in jedem Fall mit seinem Hausarzt darüber sprechen. red/jes

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