Arbeitsplatzverlagerung in ländlichen Raum

Finanzminister kündigt 50 zusätzliche Stellen für das Finanzamt in Eschwege an

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Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Bürgermeister Alexander Heppe, Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt, Amtsleiterin Heidrun Reisch

Das Finanzamt Eschwege-Witzenhausen bekommt 50 neue Stellen. Am Behördensitz in Eschwege wird eine von sieben hessischen zentralen Grundsteuer-Bewertungsstellen eingerichtet.

Bis 2025 will das Finanzministerium die Umstrukturierung umgesetzt haben. Ziel: die Verlagerung von behördlichen Arbeitsplätzen aus den Ballungsgebieten in ländliche Regionen.

„Am Ende des Prozesses“, so Finanzminister Dr. Thomas Schäfer bei seinem Besuch gestern in Eschwege, „werden wir eintausend Arbeitsplätze in der Steuerverwaltung aus den Ballungsräumen in die Peripherie verlegt haben.“ 

Beim Finanzamt Eschwege-Witzenhausen sind an beiden Standorten aktuell 120 Mitarbeiter beschäftigt, acht davon in der Grundsteuerabteilung. Amtsleiterin Heidrun Reisch sprach nach der Ankündigung von „guten Neuigkeiten“. 

"Vertrauensvorschuss für den ländlichen Raum" 

Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe nannte das Vorhaben „einen Vertrauensvorschuss für den ländlichen Raum“. Das sei eine „Festigung des Standortes und bedeutet Arbeitsplätze“.

Im Zuge der Grundsteuerreform, die bis 2025 umgesetzt sein muss, werden umfassende Neuberechnungen erforderlich. In einem ersten Schritt stellt die hessische Finanzverwaltung bereits in diesem Jahr 50 zusätzliche Mitarbeiter ein, weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. 

Erhoffte Vorteile bei Nachwuchsgewinnung

Von den dann insgesamt 420 Arbeitsplätzen an den sieben Standorten mit Grundsteuer-Bewertungsstelle wird ungefähr die Hälfte mit Beamten besetzt, die heute in den Ballungsräumen beschäftigt sind. „Das ist ein Vorteil für die heutigen Pendler“, sagte Schäfer. Im ländlichen Raum verspricht sich der Minister auch Vorteile bei der Nachwuchsgewinnung.

Wo in Eschwege die 50 neuen Mitarbeiter untergebracht werden sollen steht nicht fest. Schäfer ließ am Donnerstag alle denkbaren Varianten offen: Neubau, Anbau, Anmietung. 

Angebot in Witzenhausen bleibt

Eines steht für den Finanzminister allerdings fest: Das Angebot des Finanzamtes in Witzenhausen bleibt erhalten. „Das wäre an Dämlichkeit ja kaum zu überbieten, wenn wir sagen, wir stärken den ländlichen Raum und machen dann diesen Standort dicht“, so Schäfer.

Schon im vergangenen Jahr siedelte das Land die neu geschaffene zentrale Erstkontaktstelle der Justizbehörden für ganz Hessen in Eschwege an.

Grundsteuerbewertung an nur noch 7 Standorten

Von 2025 an werden statt heute 30 nur noch sieben hessische Finanzämter mit der Bewertung der Grundsteuer befasst sein: Eschwege, Korbach, Fulda, Dillenburg, Rheingau-Taunus, Dieburg, Michelstadt. 

420 Mitarbeiter sollen sich dann in den sieben zentralen Bewertungsstellen mit der Aufgabe befassen. Beim Finanzamt Eschwege-Witzenhausen wird die Abteilung mit 50 zusätzlichen Mitarbeitern besetzt. Heute zählt die Behörde im Werra-Meißner-Kreis insgesamt 120 Beschäftigte, acht davon in der Grundsteuerabteilung.

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