Coronastatistik

95 Tote in nur knapp drei Monaten im Kreis: Zweite Welle deutlich stärker

Corona im Werra-Meißner-Kreis Zahlen Statistik über Infektionen und Tote
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Über den vergangenen Sommer stagnierten die Fallzahlen in unserer Region, zwischen dem 29. Juni und dem 3. August kamen nur vier nachgewiesene Neuinfektionen hinzu

Die zweite Welle der Pandemie hat den Werra-Meißner-Kreis voll erwischt. Seit November sind die Zahlen sprunghaft angestiegen.

Werra-Meißner – „Verglichen mit anderen hessischen Landkreisen kommt der Werra-Meißner-Kreis bislang glimpflich durch die Corona-Pandemie“, hieß es in einem Beitrag in unserer Zeitung noch Mitte September des vergangenen Jahres. Gut viereinhalb Monate später bleibt angesichts eines immensen Anstiegs der Fall- und Todeszahlen festzuhalten, dass die zweite Welle im Werra-Meißner-Kreis deutlich gravierendere Auswirkungen hatte als die erste.

Über den vergangenen Sommer stagnierten die Fallzahlen in unserer Region, zwischen dem 29. Juni und dem 3. August kamen nur vier nachgewiesene Neuinfektionen hinzu, drei Wochen lang vermeldete die Kreisverwaltung sogar überhaupt keine neuen Fälle mehr.

Mit den kalten Jahresmonaten sollte sich das allerdings erheblich ändern: Meldete die Kreisverwaltung am 31. August 2020 noch eine Gesamtfallzahl von 247, liegt sie mittlerweile (Stand: 4. Februar 2021) bei 2116 registrierten Coronavirus-Fällen im Werra-Meißner-Kreis. Ein Vielfaches davon, wie sich die Zahlen nach dem Frühjahr 2020 darstellten und Beweis dafür, dass die zweite Welle trotz aller Vorkehrungen zum Schutz vor dem Coronavirus noch viel gravierendere Folgen hatte.

Tragischerweise macht sich das auch besonders bei den Zahlen der Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis bemerkbar, die in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind. Lag diese Zahl bis zum Stichtag am 9. November 2020 noch bei 16 Gestorbenen, ist die Zahl seitdem rasant auf 111 angestiegen (Stand: 4. Februar 2021). Binnen drei Monaten starben im Werra-Meißner-Kreis also rund sechsmal so viele Menschen, wie zuvor in neun Monaten Coronavirus-Pandemie.

Den bisherigen Höhepunkt bei der Sieben-Tage-Inzidenz, also dem Wert, der angibt, wie viele Menschen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu erkrankt sind, erreichte der Werra-Meißner-Kreis erst in der vergangenen Woche. Mit einem Wert von 206 lag der Kreis zeitweise hinter dem osthessischen Landkreis Fulda sogar auf dem zweiten Platz in ganz Hessen. Hätte der Inzidenzwert drei Tage lang über 200 gelegen, hätte die Kreisverwaltung nach dem Eskalationskonzept des Landes Hessens eine nächtliche Ausgangssperre erlassen müssen – dieser Fall trat allerdings nicht ein.

Seitdem ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Werra-Meißner-Kreis wieder deutlich gefallen, am gestrigen Donnerstag lag sie laut einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung bei 133.

Spitzenreiter in Hessen waren am gestrigen Donnerstag laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts der Landkreis Fulda (167), der Landkreis Hersfeld-Rotenburg (143) und der Lahn-Dill-Kreis (141). Den niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenzwert weist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der südhessische Hochtaunuskreis (44) auf. (Maurice Morth)

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