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„So etwas noch nicht erlebt“: Eine halbe Million Bienen gestohlen - Imker fehlt jetzt die Honigernte

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Von: Stefanie Salzmann

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Sie bringen uns den leckeren Honig auf den Tisch: die Bienen. In Ringgau wurden jetzt eine halbe Million der Tiere gestohlen. Und es ist nicht das erste Mal.
Sie bringen uns den leckeren Honig auf den Tisch: die Bienen. In Ringgau wurden jetzt eine halbe Million der Tiere gestohlen. Und es ist nicht das erste Mal. © Dieter Dilling

Das hat der Berufsimker Dieter Dilling noch nicht erlebt: Seine 35 Völker mit insgesamt einer halben Million Bienen wurde gestohlen - jetzt fehlt die Honigernte.

Netra – Als Dieter Dilling am vorigen Samstag nach seinen Bienenvölkern auf einer Gemarkung bei Grandenborn schauen will, findet er nur noch eine leere Fläche vor. 35 seiner Bienenvölker, die der Berufsimker dort stehen hatte, sind samt der Beuten und Paletten verschwunden. „Jetzt habe ich ein Riesenproblem“, sagt Dilling. Denn nicht nur die Völker sind weg, sondern mit ihnen auch die gesamte zu erwartende Honigernte.

Der Polizei gegenüber gibt er zunächst einen Schaden von 12.000 Euro an. „Aber der Verlust ist wesentlich größer“, wie ihm später klar wird. Die Versicherung werde den tatsächlichen Schaden nicht aufwiegen können.

Ihm wurden 35 Bienen-Völker gestohlen: Berufsimker Dieter Dilling aus Netra.
Ihm wurden 35 Bienen-Völker gestohlen: Berufsimker Dieter Dilling aus Netra. © Harals Triller

Klar ist für den Imker, der den Beruf seit 40 Jahren ausübt, dass man 35 Bienenvölker mit über einer halben Million der Insekten nicht eben mal mit einem Pkw stiehlt. „Ich gehe davon aus, dass das mindestens zwei Transporter gewesen sein müssen“, sagt Dilling. Spuren habe die Polizei kaum noch sichern können. Denn zuletzt war der Imker um den 20. März bei seinen Völkern bei Grandenborn. Den Diebstahl bemerkt hatte er am 10. April – ein möglicher Tatzeitraum von gut 20 Tagen. Da der Standort der 35 Völker vom Ort aus nicht einsehbar ist, gebe es auch keine Zeugen.

Obwohl sich bundesweit die Fälle professioneller Bienenvölkerdiebstähle häufen, ist der Imker dennoch schockiert. „In einem solchen Umfang habe ich das noch nie erlebt“, sagt er. Es sei schon vorgekommen, dass mal ein einzelnes Volk gestohlen wurde oder aber auch die Königinnen – das aber sei auch für ihn eine neue Dimension. Über die Täter kann auch der Imker nur spekulieren. „Das sind vermutlich Leute, die die Völker weiter verkaufen oder selbst Imker sind.“ (Stefanie Salzmann)

Eine grausame Tat gegen Bienen ereignete sich erst kürzlich im Landkreis Göttingen: Dort wurden sechs Bienenvölker angezündet.

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