34-Jähriger muss sich außerdem wegen Beleidigung und Nötigung vor Gericht verantworten

Eschweger droht wegen fahrlässiger Brandstiftung Psychiatrie

Sontra/Kassel – Weil er seine Wohnung demoliert und später fahrlässig in Brand gesteckt, eine Polizistin beleidigt und eine Nachbarin angeschrien und am Verlassen ihres Autos gehindert haben soll, steht ein 34-jähriger Mann aus Eschwege vor dem Kasseler Landgericht.

Eine Strafe droht dem Mann nicht, denn bei ihm wird eine psychische Erkrankung vermutet. In dem Sicherungsverfahren vor der 10. Strafkammer geht es darum, ob der Beschuldigte in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss, weil er eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnte.

Staatsanwalt Johannes Dietrich warf dem Mann zum Verfahrensauftakt am Dienstag Sachbeschädigung, Beleidigung, Nötigung und fahrlässige Brandstiftung vor. Der ruhig und gefasst wirkende Mann räumte sämtliche Vorwürfe ein.

Danach soll er im September 2020 seine Wohnung in Sontra demoliert, die Glastür einer Nachbarwohnung eingetreten und einen Fernseher im dortigen Wohnzimmer umgeworfen haben. Außerdem soll er einen Blumentopf gezielt auf ein vor dem Mehrfamilienhaus abgestelltes Auto geworfen haben.

Im Oktober soll er vor dem Haus eine Autofahrerin angeschrien und in ihrem Auto eingesperrt haben. Am 17. November vergangenen Jahres sei ihm in seiner Sontraer Dachgeschosswohnung eine brennende Zigarette aufs Sofa gefallen. Das Möbelstück geriet in Brand, die Flammen griffen auf das übrige Mobiliar über.

Durch Ruß und Löschwasser war die Wohnung so stark beschädigt, dass sie monatelang unbewohnbar war. Es entstand ein Schaden von rund 26 000 Euro.

Der Betreuer des Beschuldigten sagte als Zeuge aus. Seine Schilderung der Persönlichkeit des Angeklagten deckte sich mit dem Eindruck, den der Mann vor Gericht machte und der keinerlei Hinweise auf eine schizophrene Erkrankung bot.

Tatsächlich, so der Zeuge, habe es seit über einem Jahr keinerlei neue Vorfälle gegeben. Wenn der 34-Jährige seine Medikamente zuverlässig einnehme, verhalte er sich völlig normal, sei jetzt sogar auf Arbeitssuche. Tatsächlich ist der in Leinefeld in Thüringen geborene Mann bereits 2016 vom Landgericht Mühlhausen wegen ähnlicher Vorfälle in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Das geschah allerdings auf Bewährung.

Die Verhandlung wird am Montag, 6. Dezember, um 9 Uhr in Saal E 119 fortgesetzt. Dann sollen acht Zeugen, vor allem Nachbarn aus Sontra und Polizeibeamte gehört werden. Anschließend soll ein Psychologe sein Gutachten über den Beschuldigten vorstellen. Eine Entscheidung könnte das Gericht noch am selben Tag oder am 7. Dezember fällen.

Von Thomas Stier

Rubriklistenbild: ©  Foto: Peter Steffen/dpa Bildfunk

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