Mit Aussicht auf Hoffnung

Eschweger Karikaturen-Ausstellung zu Sucht im Alltag

Wollen mit einem humorvollen Blick auf ein schweres Thema aufmerksam machen: (von links) Lothar Kilian (Geschäftsführer Diakonisches Werk Werra-Meißner), Harald Nolte (Suchtprävention), Andrea Böhnke (Leiterin Fachstelle für Suchthilfe und Prävention) und Anna Niebeling (Fachberatung Glücksspielsucht).
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Wollen mit einem humorvollen Blick auf ein schweres Thema aufmerksam machen: (von links) Lothar Kilian (Geschäftsführer Diakonisches Werk Werra-Meißner), Harald Nolte (Suchtprävention), Andrea Böhnke (Leiterin Fachstelle für Suchthilfe und Prävention) und Anna Niebeling (Fachberatung Glücksspielsucht).

Im Schaufenster des ehemaligen Geschäftes Grüning in der Eschweger Innenstadt findet sich seit Neuestem eine bunte Auswahl an Karikaturen, die allesamt etwas gemeinsam haben: Sie beschäftigen sich mit menschlicher Sucht.

Eschwege - Meist steht der Alkohol als großer gesellschaftlicher Suchtfaktor im Mittelpunkt, aber auch andere Drogen und Abhängigkeit allgemein wird thematisiert.

Der Künstler dahinter ist „Hennes“, der als Haus- und Hof-Zeichner“ des Diakonischen Werkes Werra-Meißner dieses schon seit vielen Jahren mit humorvollen Zeichnungen für Flyer und Ähnliches unterstützt. „Wir wollen mit der Ausstellung aufzeigen, welche Wege es aus der Sucht gibt und wo dabei unsere Arbeit ansetzt“, so Harald Nolte, der selbst bei der Diakonie in der Suchtprävention arbeitet.

In Coronazeiten ist Sucht ein großes Thema

Zusammen mit seinen Kollegen hat er die Ausstellung organisiert. Neben den Karikaturen sind Utensilien der Fachberatung Glücksspielsucht ausgestellt. Gerade in Zeiten von Corona sei Sucht in allen ihren Facetten ein großes Thema, weshalb sie nicht auf die Ausstellung verzichten wollten. „So ist es nun eine kontaktlose Ausstellung geworden, aber die Bilder sprechen für sich“, wie der Leiter der Diakonie Lothar Kilian bestätigt. Über ihn ist auch der Kontakt zum Künstler entstanden, denn er und Hans Biedermann, wie „Hennes“ mit bürgerlichem Namen heißt, sind verwandt. Beide teilen noch eine weitere Gemeinsamkeit: das Interesse an sozialer Arbeit.

Biedermann, der in Pommern geboren wurde, malte schon in der Schulzeit seine kleinen, dicknasigen Männchen, entschied sich aber anstatt für eine künstlerische Laufbahn für das Studium der Psychologie. Anschließend arbeitete er über 20 Jahre als Psychologe in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Nähe von Heidelberg. Danach wechselte er in den Fachdienst eines Kinderheims der Jugendhilfe und betätigte sich als Gerichtsgutachter in Sorgerechtsverfahren. Das Zeichnen hat er nie ganz sein lassen und so hat er schon mehrere Bücher veröffentlicht und arbeitet für Werbeagenturen, Verlage und eben für Suchthilfe-Einrichtungen.

„Wir freuen uns, mit ihm so einen erfahrenen Zeichner an der Seite zu haben und das an sich schwere Thema durch seinen augenzwinkernden Blick für die breite Öffentlichkeit greifbar machen zu können“, so Nolte. Hennes Karikaturen sind in Eschwege in der Marktstraße Ecke zur Gebrüderstraße zu sehen. Ulrike Käbberich

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