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Eschweger Stadtwerke geben den Werraman auf

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Von: Tobias Stück

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Ein Foto aus den ersten Jahren: Hunderte Zuschauer jubeln Hartmut Kühl, der 2007 den 20. Platz belegte, beim Zieleinlauf zu. Auch beim Schwimmen, an der Radstrecke und im Rest der Innenstadt fieberten die Zuschauer mit.
Ein Foto aus den ersten Jahren: Hunderte Zuschauer jubeln Hartmut Kühl, der 2007 den 20. Platz belegte, beim Zieleinlauf zu. Auch beim Schwimmen, an der Radstrecke und im Rest der Innenstadt fieberten die Zuschauer mit. © David Lieberknecht

Der Volkstriathlon Werraman wird in diesem Jahr erneut nicht stattfinden und auch in Zukunft nicht mehr von den Stadtwerken Eschwege organisiert werden.

Eschwege – Das bestätigte Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Lecke auf Anfrage unserer Zeitung. „Unsere Veranstaltung hat den ursprünglichen Charakter verloren und stieß auch beim Eschweger Publikum nicht mehr auf das große Interesse“, sagt Lecke.

Die Stadtwerke Eschwege hatten die Sportveranstaltung im Jahr 2004 zusammen mit der Sparkasse Werra-Meißner aus der Taufe gehoben. Als klassischer Kurz-Triathlon für jedermann war die Sportveranstaltung gestartet. 400 Meter Schwimmen, etwa 23 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen war für viele Freizeitsportler attraktiv. In den ersten Jahren explodierten die Teilnehmerzuwächse. Zu Spitzenzeiten nahmen rund 1000 Athleten an dem Wettbewerb teil. Besonders beliebt war der Mannschaftswettbewerb, bei dem sich die Teams die drei Disziplinen aufteilen konnten. Auch gehandicapte Sportler nahmen teil.

Die Veranstaltung entwickelte sich im Laufe der Jahre weg vom Breitensport hin zu einer Veranstaltung, bei der eher ambitionierte Sportler angesprochen wurden. Zwischenzeitlich wurden auch die hessischen Triathlon-Meisterschaften integriert und eine olympische Distanz mit aufgenommen. „Wir haben den Werraman am Ende hauptsächlich für Sportler aus ganz Deutschland organisiert, weniger für unsere Kunden, wie es am Anfang die Idee war“, erklärt Lecke die Einstellung.

Werraman für Einsteiger ideal

Triathlon hat in Eschwege eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1986 fiel am Meinhardsee der Startschuss zu einem Triathlon über einen Kilometer Schwimmen, 48 Kilometer Radfahren und zwölf Kilometer Laufen, den Lothar Stascheidt für 80 Sportler sechsmal organisierte. Klaus Schönewolf brachte 2004 nach seinem Wechsel zu den Eschweger Stadtwerken die Werraman-Idee mit. Zuvor hatte er in Witzenhausen den Cherryman erfunden. Der Volkstriathlon sei für Einsteiger ideal, so Schönewolf damals. ts

Weil die Sportler von außerhalb kamen, schwand auch die Zuschauerresonanz an der Strecke und bei der Party am Abend. Rund 40 Mitarbeiter der Stadtwerke seien zudem am Veranstaltungswochenende im Einsatz gewesen, das gesamte Jahr über wurden Mitarbeiter für die Planung abgestellt. „Das hat den Rahmen gesprengt und stand in keinem Verhältnis mehr.“ In den vergangenen Jahren waren die Teilnehmerzahlen trotz zahlreicher Versuche, die Attraktivität und Akzeptanz zu steigern, rückläufig. 2019 waren rund 650 Triathleten am Start. 87 Teams mit jeweils drei Sportlern traten im Cup-Wettbewerb an. Darüber hinaus boten die Veranstalter zuletzt zwei Kinderläufe über unterschiedliche Distanzen (300 Meter und 1000 Meter) an.

Durch die Pandemie wurde der Werraman in den Jahren 2020 und 2021 bereits abgesagt. „Zwischenzeitlich gab es kaum Nachfragen“, sagt Lecke. (Tobias Stück)

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