Auf Transition-Konferenz in Witzenhausen wurde auch der Solarkocher vorgestellt

Essen fertig in drei Stunden

Einfaches Kochen: Zur Tansition-Konferenz präsentierte Michael Bonke (rechts) diesen selbst gebastelten Solarkocher auf dem Marktplatz. Foto:  Cortis

Witzenhausen. Strom lässt sich auf vielfältige Weise einsparen. Einen heißen Tipp dazu gab es am Wochenende auf der nach Hannover und Bielefeld dritten Transition-Konferenz in Witzenhausen, zu der über hundert Aktive von Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und aus Norwegen angereist waren. Auf dem Marktplatz stellte der Web-Designer Michael Bonke (Düsseldorf) einen Solarkocher vor, den er bundesweit populär machen möchte.

Das Gerät kann mit einem finanziellen Aufwand von einem Euro selbst gebastelt werden. Es besteht aus einer mit Alufolie ummantelten Pappe und einem schwarz gefärbten Einmachglas. In das Glas füllt man Wasser und Kartoffeln und platziert es vor dem im 60-Grad Winkel geknickten Spiegel. Zur Sonne ausgerichtet, erledigt der Himmelskörper den Rest. Allerdings dauert es je nach Füllmenge bis zu drei Stunden, ehe die Kartoffeln gar sind. Das funktioniere auch am Nordpol, versicherte Bonke. Einzige Bedingung sei richtiger, offener Sonnenschein. Die Anhänger der Transition-Town-Bewegung (Stadt im Wandel) gestalten in Kommunen rund um die Welt den geplanten Übergang in eine postfossile und relokalisierte Wirtschaft.

Ausgehend davon, dass die nationale und internationale Politik auf die Herausforderungen des Klimawandels und des bevorstehenden globalen Ölfördermaximums nicht entsprechend reagiere und daher die Kommunen von sich aus mit ersten vorbereitenden Aktionen auf eine Zukunft knapper werdender Roh- und Treibstoffe reagieren müssten, stoßen Transition Towns Gemeinschaftsprojekte an. Dazu gehört die Verbrauchsreduktion von fossilen Energieträgern sowie die Stärkung der Regional- und Lokalwirtschaft. Eine wichtige Rolle spielen auch die Gestaltungsprinzipien der Permakultur. Die soll es landwirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Systemen ermöglichen, ähnlich wirkungsvoll zu funktionieren wie natürliche Ökosysteme. In Deutschland gibt es Dutzende solcher Initiativen, auch in Witzenhausen.

Viele Schauplätze

Bei der dreitägigen Transition-Konferenz an den Schauplätzen Rathaus, Capitol-Kino, Zeichensaal und Uni Nord gab es Filmvorführungen und Live-Musik, einen Rundgang zum Thema „UnvergEssbar – Essbare Stadt Witzenhausen“, eine Ausstellung über Transition-Aktivitäten, eine Kräuterwanderung und Vorträge. Bei der Samstagabendveranstaltung setzte sich die Freiwirtschafts-Befürworterin und Kapitalismus-Kritikerin Prof. Dr. Margit Kennedy (Chemnitz) für mehr Geldvielfalt durch thematische Zeitbanken und parallele Regionalwährungen ein. Ihr Credo: „Wir haben nicht ein vorübergehendes, sondern ein systemisches Finanzproblem.“ (zcc)

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