1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Evangelische Kirchen haben Aktion von Brot für die Welt in Eschwege eröffnet

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gestalteten den Gottesdienst mit: das Ensemble der Kantorei Eschwege. Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonntag die diesjährige Aktion Brot für die Welt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gemeinsam in Eschwege in der Marktkirche eröffnet.
Gestalteten den Gottesdienst mit: das Ensemble der Kantorei Eschwege. Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonntag die diesjährige Aktion Brot für die Welt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gemeinsam in Eschwege in der Marktkirche eröffnet. © Christian Schaudemann

Mit einem Festgottesdienst haben sie am Sonntag in Eschwege die diesjährige Spendenaktion von Brot für die Welt eröffnet.

Eschwege – Die Menschen in den Blick zu nehmen, die unter der Klimakrise am meisten leiden – dazu rufen die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gemeinsam auf. Seit mehr als sechs Jahrzehnten wird zu Weihnachten für das evangelische Hilfswerk gesammelt, in diesem Jahr unter der Überschrift „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“. Die Aktion wirbt für Klimagerechtigkeit. Mit konkreter Hilfe vor Ort sollen Menschen in Bangladesch, Burkina Faso und vielen weiteren Ländern unterstützt werden, um mit den Wetterextremen besser zurechtzukommen und ihr Überleben zu sichern.

„Die 64. Aktion von Brot für die Welt führt uns mitten hinein in die beklemmenden Fragen und Erfahrungen unserer Zeit“, sagte Bischöfin Dr. Beate Hofmann und stellte fest: „Der Klimawandel trifft die Menschen, die am wenigstens zur Klimaerwärmung beitragen, am stärksten.“ Millionen Menschen seien in den Entwicklungsländern in ihrer Existenz bedroht, ergänzte Oberkirchenrat Detlev Knoche, der Leiter des Zentrums Oekumene von EKHN und EKKW. Er mahnte: „Es ist höchste Zeit gemeinsam zu handeln“.

Durch Brot für die Welt werden Kleinbauern vor Ort in umweltfreundlichen und effizienten Anbaumethoden geschult und mit dürre- und salzresistentem Saatgut ausgestattet, erläuterte Knoche. Durch Wissensaustausch profitierten viele Familien langfristig gesundheitlich und wirtschaftlich. Spendengeld helfe, innovative Ideen und Konzepte zu fördern.

Predigte im Gottesdienst: Bischöfin Beate Hofmann.
Predigte im Gottesdienst: Bischöfin Beate Hofmann. © Christian Schaudemann

„In diesem Jahr haben wir ja ganz eindrücklich und konkret erlebt, wie Klima, Armut und Frieden zusammenhängen“, sagte Bischöfin Hofmann vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und dessen Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise weltweit. Aktionen wie Brot für die Welt leisteten im Kampf gegen den Hunger wirksame Hilfe. Ausreichend sei dies aber nicht: „Das, was wir für Klimaschutz tun, ist höchstens lau, auch wenn die Kirchen kalt und die Büros kühler als sonst sind“, so die Bischöfin in ihrer Predigt. Dies führten die Klimaprotestler „mit ihren tollkühnen und manchmal auch irrsinnigen und Recht brechenden Aktionen deutlich vor Augen“, sagt Hofmann. „Still werden, genau hinsehen, wo es Menschen schlecht geht und wo sie Hilfe brauchen“ – auch das gehöre zum Advent, machte die Bischöfin deutlich. „Jede Hilfeleistung, jedes Zeichen von Verbundenheit, jeder Schritt zum Frieden, jeder Beitrag zu Gerechtigkeit lässt etwas aufscheinen vom Reich Gottes, auf das wir warten.“

Mitwirkende am Festgottesdienst in Eschwege waren unter anderem Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, Dekanin Ulrike Laakmann, Harald Nolte und Horst Koth vom Kirchenvorstand sowie Martin Stange, Obermeister der Bäcker-Innung Werra-Meißner. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch ein Ensemble der Kantorei Eschwege unter der Leitung von Bezirkskantorin Susanne Voß. Im Mittelpunkt stand die Weihnachtskantate „Navidad nuestra“ von Ariel Ramírez. „Die Liedtexte verbinden die Geburt Jesu eng mit der Natur“, erläuterte Pfarrerin Repp-Jost.

„Brot für die Welt“ seit 1959

„Brot für die Welt“ ist ein Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland für die weltweite Entwicklungszusammenarbeit. Es ist die inzwischen 64. Aktion der Initiative. 1959 rief die Evangelische Kirche erstmals unter der Aktion „Brot für die Welt“ erstmals zu Spenden im Kampf gegen Hunger und Armut auf. Aktuell fördert das Hilfswerk mehr als 1800 Projekte in 90 Ländern. Schwerpunkte sind die Überwindung von Hunger und Armut, die Stärkung von Bildung und Gesundheit sowie der Einsatz für Menschenrechte und Klimagerechtigkeit.  (ts)

Die diesjährige 5000-Brote-Aktion hat in dem Gottesdienst ihren Abschluss gefunden. Inzwischen beteiligen sich nahezu alle Landeskirchen an der Kampagne. Konfirmandinnen und Konfirmanden backen – in der Regel in Kooperation mit Bäckereien – Brote, die sie dann gegen eine Spende an Gottesdienstbesucherinnen und -besucher abgeben. In diesem Jahr werden damit Projekte in Myanmar, Malawi und Paraguay unterstützt.  red/ts

Auch interessant

Kommentare