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Exponat aus dem Heimatmuseum Berkatal gibt Rätsel auf

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Rätsel gibt dieser Gegenstand aus Holz, Draht und einem Stecker dem Museumsverein auf.
Rätsel gibt dieser Gegenstand aus Holz, Draht und einem Stecker dem Museumsverein auf. © Rimbach, Eden Sophie

In den Räumen der beiden Standorte in Frankershausen gibt es viel zu entdecken. Ein hölzerner Gegenstand mit Kabel und Stecker stellt auch den Museumsverein vor Rätsel.

Berkatal – Ein schmales Holzstück mit zwei Löchern, ein wenig Draht und einem Stecker daran gibt den Machern des Heimatmuseums Berkatal Rätsel auf. Wann und von wem das Exponat abgegeben wurde, ist nicht mehr bekannt. Denn wenngleich der Museumsverein 1992 gegründet wurde, wächst die Sammlung an Exponaten bereits seit den 1950er-Jahren.

Museumsleiter Burkfried Haferung und Schatzmeister Erhard Becker erklären, dass es der ehemalige Lehrer Fritz Hotzler war, der damit anfing, Gegenstände aus der Geschichte und dem Leben in der Gegend aufzubewahren.

Sie gehen davon aus, dass das rätselhafte Exponat aus den 1920er- oder 1930er-Jahren stammt, vielleicht aber schon während des Ersten Weltkriegs gefertigt wurde.

In der kirschenreichen Region durfte die Kirschen-Entsteinmaschine nicht fehlen und half vor allem Bäckern.
In der kirschenreichen Region durfte die Kirschen-Entsteinmaschine nicht fehlen und half vor allem Bäckern. © Rimbach, Eden Sophie

Aus dem Zweiten Weltkrieg stammt ein Exponat, das ebenfalls manchen Besucher zum Rätseln bringen dürfte: Um Kirschen schnell zu entsteinen, gab es eine Maschine.

Nicht nur der Kirschenreichtum der Region, sondern auch der Einfluss, den die Nähe zu Bad Sooden-Allendorf hatte, zeigt sich im Museum. „Wir hatten sehr viele Händler“, erklärt Becker mit Blick auf den Quersack, der diesen das aufrechte Gehen beim Tragen der Ware erlaubte.

Etwa 34 Fahrleute habe es um das Jahr 1770 herum in Frankershausen gegeben. Sie transportieren das Salz, brachten beispielsweise aus Bremen oder Hamburg Kakao, Kaffee, Gewürze und Südfrüchte mit.

In der kirschenreichen Region durfte die Kirschen-Entsteinmaschine nicht fehlen und half vor allem Bäckern.
In der kirschenreichen Region durfte die Kirschen-Entsteinmaschine nicht fehlen und half vor allem Bäckern. © Rimbach, Eden Sophie

Wie die Berufsgruppen im Ort zu den Fuhrwerken und dem täglichen Leben in Berkatal beitrugen, ist im ersten Raum des Museums im Gebäude der Gemeindeverwaltung zu sehen. Aufgebaut ist dort auch eine Flachsstraße. Haferung erklärt, dass lediglich eine Werfe beziehungsweise Haspel mit Hammer fehlt. Der gab das akustische Signal, sobald die in Hessen vorgeschriebene Länge von vier Ellen (etwa 2,19 Meter) erreicht war.

Anhand eines Videos auf einem der beiden Computer des Museums können Besucher die Flachsverarbeitung nachverfolgen. „Das wird auch laufend ergänzt“, sagt Haferung über die Filme, Hörbücher und Diashows, die auch mithilfe des zweiten Computers in den Ausstellungsräumen im Nahversorgungszentrum abgerufen werden können.

Die insgesamt fünf Räume des Museums werden um einen zum Thema „Religion in der Region“ und einen zum Handel erweitert. Gesucht werde noch jemand, der den Holzfußboden abschleift.

Weitere Informationen unter: berkatal.de

(Eden Sophie Rimbach)

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