Kein Tag ohne Blumenbeet

Familie Franck aus Grandeneborn hat einen Garten für Jedermann angelegt

Haben einen Ort für Gemeinschaft geschaffen: (von links) Horst, Marlene und Verena Franck. Hinter ihnen steht Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann, vorne Ben.
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Haben einen Ort für Gemeinschaft geschaffen: (von links) Horst, Marlene und Verena Franck. Hinter ihnen steht Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann, vorne Ben.

Es war die Lust am Garten. Familie Franck aus Grandenborn hat einen Garten für Jedermann mit Blumen und Gemüse angelegt. Spenden gehen an das Bildungshaus Röhrda.

Grandenborn – Als die Blumenzwiebeln im Garten von Marlene Franck immer mehr wurden, entschloss sich die Grandenbörnerin vor eineinhalb Jahren zur Expansion. Auf einer ehemals landwirtschaftlichen Fläche in einer Talsenke am Wanderweg zur Boyneburg legte die 59-Jährige zunächst ein großes Blumenbeet an. Wer vorbeikam, durfte sich an der Pracht aus Dahlien und Gladiolen bedienen – wer wollte, konnte eine Spende hinterlassen.

„Ich hab nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft“, sagt Marlene Franck heute. Familien mit Kindern aus dem Röhrdaer Bildungshaus, wo auch Francks drei Enkelkinder hingehen, Camper, Wanderer, aber auch Leute aus dem Dorf suchen den üppig wachsenden und blühenden Garten auf. Was an Spenden in der Vertrauenskasse landete, ging an das Bildungshaus in Röhrda. 2020 waren es nach Abzug einiger Kosten 300 Euro.

„Wir nehmen nix, jeder soll geben, was er meint“

Marlene Franck

„Wir nehmen nix, jeder soll geben, was er meint“, sagt Marlene Franck. Im Großen und Ganzen würden die meisten die Arbeit auch anerkennen. Aber auch drei Hosenknöpfe hat sie schon in der Kasse gefunden, manchmal auch nur „Füchse“ oder Luft. Aber das nimmt sie mit Humor.

Seit den Anfängen ist der Garten nicht nur um Blumen und wilde Blühstreifen, die vor Insekten und Schmetterlingen wimmeln, gewachsen. Unterdessen baut die ganze Familie allerlei an: Karotten, Zwiebeln, Mangold, Rote Bete, Salate, Rettich, Lauch, Kürbisse, Kartoffeln, Kohl und Bohnen. Auch hier darf sich jedermann bedienen. Nicht nur Ehemann Horst Franck ist jeden Tag mit an Bord, auch Schwiegertochter Verena Franck und die Enkelkinder. „Dass mich Unkraut jäten jemals so begeistern könnte, hätte ich nie gedacht. Das ist wie Meditation für mich“, sagt die Krankenschwester.

Was als Blumenbeet und Gemüsegarten begonnen hat, ist mittlerweile zu einem Gemeinschaftsort geworden. Die jungen Grandenbörner Landfrauen haben mit ihren Kindern einen Kinder-Garten angelegt, an dessen Ende liegt ein kleines Wichteldorf, das der siebenjährige Ben gerade mit einem Moosstreifen umbaut hat.

Über den kleinen Graben spannt sich eine Barfußbrücke mit Sand, Steinen, Moos und Tannenzapfen, eine Buddelecke ist gut frequentiert. In zwei Wikingerstühlen lässt sich in den Himmel schauen. Und es gibt eine überdachte Sitzgelegenheit zum Kaffeetrinken, Kuchen essen und reden.

Nebenbei pflegt Horst Franck noch die gemeindeeigenen Obstbäume, die den Garten flankieren. „Einen Tag ohne Blumenbeet kann ich mir gar nicht mehr vorstellen“, sagt Marlene Franck und gibt zu, dass sie abends manchmal gar nicht nach Hause will. Derweil produziert sie immer neue Ideen um das Gartenprojekt. Im nächsten Frühjahr will sie Tulpen und Narzissen anbauen: „Hauptsache, es blüht und gedeiht.“

Von Stefanie Salzmann

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