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Familie züchtet asiatische Wildrinder im Werra-Meißner-Kreis

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Von: Stefanie Salzmann

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Aufgabe für die ganze Familie: (von links) Svenja Böttner, ihr Vater Klaus Böttner und ihre Lebensgefährte Tobias Wagner mit einer Herde Zwergzebus.
Aufgabe für die ganze Familie: Das sind die Zwergzebus für Svenja Böttner, ihren Vater Klaus Böttner und ihren Lebensgefährte Tobias Wagner. © privat

Dort, wo selbst Ziegen und Schafen das Strauchwerk zu dornig und rau wird, haben die Zwergzebus noch richtig Appetit. „Erst kürzlich haben sie einen tief ins Gestrüpp eingewachsenen Zaun freigefressen“, erzählt Svenja Böttner, die die asiatischen Wildrinder seit zwei Jahren gemeinsam mit ihrem Freund Tobias Wagner im Werra-Meißner-Kreis züchtet.

Schwebda/Hornel – Ein Teil der inzwischen etwa 30 Tiere zählenden Herde steht auf einer Weide oberhalb von Schwebda. Schwarz, weiß, braun, bunt, gescheckt und markant: der große Buckel im Nacken. Sie werden nur 1,30 Meter groß, bringen aber bis zu 500 Kilo Gewicht auf die Waage. Fremden gegenüber sind die wilden Rinder relativ scheu, aber wenn Svenja Böttners Auto anrollt, trottet die Herde samt Bullen und Kälbern an und freut sich über Gaben harten Brotes. Als die 32-Jährige vor etwa zwei Jahren Tobias Wagner kennenlernte, wusste sie über Zebus nicht mal, dass es die Rasse überhaupt gibt.

Wagner hatte damals als Lohnunternehmer drei solcher Rinder gerade als Bezahlung bekommen. „Als die Drei auf dem Hof standen, habe ich schnell meine Liebe zur Haltung dieser Tiere entdeckt“, sagt Svenja Böttner.

Die meisten Tiere leben auf und um den Hof des Paares in Hornel. „Wir achten auf artgerechte, ökologische Haltung. Im Sommer stehen die Zebus auf üppigen, saftigen Berg- oder Kleewiesen. Im Winter gibt es ausschließlich Heulage und Heu“, sagt sie. Das unterstütze auch den Edelfleischstatus der Zebus.

Doch neben der Fleischgewinnung steht bei der Haltung die Landschaftspflege im Vordergrund. Svenja Böttners Vater Klaus, der zunächst skeptisch war, ist inzwischen begeistert von den asiatischen Rindern, ist vom „Zebufieber“ erfasst und tatkräftig in die Versorgung und Haltung eingestiegen – so wie die ganze Familie.

In unregelmäßigen Abständen werden auch Rinder geschlachtet. Das Fleisch des Wildrindes gilt als kurzfasrig, mager und cholesterinarm, der Geschmack des dunklen Fleisches hat einen leicht nussigen Wildgeschmack. „Als besondere Delikatesse gilt der Buckel“, weiß die Züchterin. Der bestehe nicht aus Fett, sondern aus reinem Muskelfleisch.

Derzeit plant das Paar am Konzept eines Onlinehandels und einer regionalen Vermarktung. „Unser Traum ist eigentlich ein eigener Hofladen“, sagt Svenja Böttner.

Weitere Infos zu Zebus und Fleischverkauf gibt es unter der website zebuhof-hornel.webador.de

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