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Der FDP-Kreisverband Werra-Meißner fordert den Abschuss von Wölfen

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Von: Tobias Stück

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Wolf
Ein Wolf steht in einem Gehege. © Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Werra-Meißner – Der FDP-Kreisverband Werra-Meißner fordert von der hessischen Landesregierung, „endlich gesetzliche Möglichkeiten zu schaffen, um Wölfe auch per Abschuss aus dem Bestand zu nehmen“. Hessen solle sich dabei an der Lizenzjagd in Schweden orientieren, sagt Erhard Niklass von der FDP-Fraktion im Kreistag.

Der Werra-Meißner-Kreis hat inzwischen die höchste Dichte an Wölfen aller Landkreise in Hessen. „Leider ein trauriger Rekord“, kommentiert Niklass die Entwicklung. Durch diesen Sachverhalt würden viele Projekte des Kreises, die zur Kreisentwicklung beitragen sollen, konterkariert.

.  Förderung des Tourismus: Wer kommt in einen waldreichen Kreis, wenn er damit rechnen muss, bei seinen Wanderungen Wölfen zu begegnen, fragt Niklass.

.  Schaf schafft Landschaft: In dieses Projekt wurden Fördermittel in Millionenhöhe investiert. Nun, da das Projekt läuft, denken viele Schafhalter über Aufgabe ihrer Tierhaltung nach.

. Waldkindergärten: „Können diese forciert geschaffen werden, wenn in Sichtweite Wölfe auftauchen können?“

Ein neues Sicherheitsgefühl

Nur, wenn es die Möglichkeit des Abschusses gebe, entstehe ein neues Sicherheitsgefühl für Bürger, die gern im Wald spazieren und sich dort erholen.

Dass das geht, zeige Schweden: „In Schweden hat am 2. Januar die größte Wolfsjagd der Geschichte des Landes in der Neuzeit begonnen“, berichtet Niklass. Rund 460 Wölfe leben in Schweden aktuell in freier Wildbahn. Es dürfen bei der diesjährigen Lizenzjagd 75 Wölfe geschossen werden. Im Rahmen der Lizenzjagden sind nach Angaben des schwedischen Fernsehsenders SVT seit 2010 insgesamt 203 Wölfe getötet worden. Damit will das Land die Ausbreitung der Tiere bremsen. „Warum geht das in einem EU-Land wie Schweden und nicht bei uns?“, fragt Niklass.

In Deutschland sind 161 bestätigte Rudel, 43 Paare und 21 territoriale Einzeltiere bekannt. In Hessen werde die Wolfspopulation in diesem Jahr voraussichtlich weiter anwachsen. Davon geht Annika Ploenes vom Wolfszentrum des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden aus. Der Expertin zufolge werden in allen hessischen Wolfsterritorien mit einem Paar oder Rudel im neuen Jahr Welpen zur Welt kommen. Es bestehe dringend Handlungsbedarf.

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