Jürgen Kühlborn will Weg kaufen

Natürlicher Lebensraum statt Feldweg - in Hopfelde kämpft ein Mann gegen den Ortsbeirat

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Nicht mehr als Feldweg erkennbar: Jürgen Kühlborn aus Hopfelde will den zugewachsenen Weg (links von ihm) kaufen und als natürlichen Lebensraum erhalten – doch der Ortsbeirat ist dagegen und möchte den Weg für Fußgänger freimachen.

Hopfelde. Als Jürgen Kühlborn bei der Ortsbeiratssitzung in Hopfelde Ende Juli versucht hat, einen Feldweg zu kaufen, stimmten die anderen Mitglieder dagegen.

Die Begründung: Der Weg sei die einzige Alternative zur parallel verlaufenden Ortsdurchfahrt und soll somit für die Allgemeinheit erhalten werden.

Kühlborn kann diese Entscheidung jedoch nicht nachvollziehen. „Der Weg verläuft direkt an meiner Wiese und wurde die letzten zehn Jahre nicht genutzt. Und jetzt soll er plötzlich freigeschlagen werden“, sagt der Hopfelder. Er möchte den rund 200 Meter langen Feldweg kaufen, um ihn als natürlichen Lebensraum zu erhalten. Die Wegeparzelle ist zugewachsen „und das Zuhause für viele Tiere. Jeden Morgen hören wir die Vögel zwitschern, die in den Büschen und Bäumen dort leben“, berichtet Kühlborn.

Da er direkt an dem Feldweg wohnt, sehe er, dass der Weg nicht von Fußgängern genutzt werde.

Deshalb betrachtet er es als sinnvoller, die Bäume und Sträucher nicht zurückzuschneiden und als natürlichen Lebensraum zu erhalten. „Täglich fällt so viel Weide- und Ackerland den Neubaugebieten, Autobahnen und Flughäfen zum Opfer“, bedauert Kühlborn. Außerdem gebe es 150 Meter weiter noch einen anderen Weg, der intakt und frei sei.

Deshalb sei er nicht mit der Entscheidung des Ortsbeirates einverstanden und habe inzwischen die Obere und Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet. Jörg Klinge, Sprecher des Werra-Meißner-Kreises, sagt, der Fall sei bekannt, allerdings gebe es noch keine Prüfungsergebnisse.

Erst einmal müsse die Stadt Hessisch Lichtenau klären, ob Kühlborn den Weg übernehmen kann.

Michael Heußner, Bürgermeister von Hessisch Lichtenau, erklärt, dass sich mit dem Feldweg in den vergangenen sieben Jahren bereits mehrfach befasst wurde. Bezüglich des Anliegens von Jürgen Kühlborn sei zunächst der Ortsbeirat Hopfelde angehört worden, dann müsse der Magistrat entscheiden.

„Sollte der Magistrat einen Verkauf beabsichtigen, müsste durch die Stadtverordnetenversammlung zunächst ein Entwidmungsverfahren durchgeführt werden“, sagt Heußner. 

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