Fest in Hausen: Dreschen wie anno dazumal

Dreschfest in Hausen: Das Dreschen mit der alten Dreschmaschine lockte die Schaulustigen immer wieder aufs Neue an. Foto: Röß

Hausen. Beim Dreschfest am Wochenende in Hausen brachten selbst Regenschauer die Oldtimerfreunde nicht aus dem Konzept. Bereits am Freitagabend hatte sich ein halbes Dutzend Jugendlicher der Tradition folgend als Nachtwächter verkleidet und war mit Lampen und der Glocke durchs Dorf gezogen. „Liebe Leute, lasst euch sagen, unsre Uhr hat grad‘ geschlagen. Hütet Feuer und auch Licht, bis am Tag das Fest anbricht“ hatten sie unterwegs gemahnt und so die Einwohner zum Fest eingeladen.

Indes herrschte im Dorfgemeinschaftshaus bereits reger Betrieb. Wer von den Oldtimerfreunden aus der Region bereits am Vorabend mit Schlepper und dem eigenen Wohn- oder Bauwagen angereist war, der wurde dort in gemütlicher Runde begrüßt.

Am Samstag war der Festplatz und der Hang oberhalb ein einziges Ausstellungsgelände, auf dem es jede Menge Oldtimerschlepper sowie alte und neue Maschinen rund um die Land- und Forstwirtschaft zu sehen gab. Auf dem Grill brutzelten Steaks und Bratwürste, und wem es unter den Partyzelten oder am Bierstand zu kühl war, der wärmte sich im Saal des Gemeinschaftshauses bei Kaffee und Kuchen auf.

Natürlich hatten unter anderem die Dreschvorführungen so manchen Schaulustigen angelockt. Waren die alten vom Schlepper angetriebenen Dreschmaschinen erst einmal in Betrieb und die Jugendlichen hatten den Haspel mit Ähren gefüttert, flog auch bald die Streu über den Platz und die Säcke füllten sich allmählich mit Weizenkörnern.

Nicht nur zuschauen war in Hausen angesagt. So konnte man mit dem selbst konstruierten Bagger von Johannes Jakob aktiv werden. Wer das Gewicht des Sandes, den man eigenhändig mit der Schaufel gebaggert hatte, am besten schätzte, gewann fünf Liter Bier im Fass. Die gleiche Belohnung war auch ausgesetzt auf die drei Hühner, deren Gewicht es zu raten galt. Die Tiere hatte der Rassegeflügelzuchtverein Meißnerbergland neben anderen Artgenossen erstmals beim Hausener Dreschfest ausgestellt. (zlr)

Der Oldtimer aus Eis, den der Germeröder Björn Sippel aus dem gefrorenen Block herausgearbeitet hatte, profitierte von den niedrigen Temperaturen um die zehn Grad und schmolz nur langsam dahin. Die zwei Damen hingegen, die bei der sexy Traktor-Wash-Show am Samstagabend den 85 PS starken Schlüter-Schlepper von Klaus Bierschenk liebevoll einseiften, hätten es bestimmt lieber wärmer gehabt. (zlr)

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