Kreiskrankenhaus Eschwege: Funktionsräume ohne Schäden

Technischer Defekt verursachte Feuer in Klinik

Eschwege. Ein technischer Defekt hat das Feuer in der Küche des Kreiskrankenhauses in Eschwege verursacht. Das gab die Polizei am Donnerstag bekannt. Das Feuer war in der Nacht zum Mittwoch mit Sachschaden abgegangen. Menschen wurden nicht verletzt.

Die Evakuierung war bereits vorbereitet gewesen. Eine Ausdehnung des Brandes verhinderten offenbar die Feuerschutztüren, die automatisch schlossen.

Nach einem ersten Überblick am Mittwoch sah es so aus, dass - abgesehen von der total zerstörten Küche - die meisten Funktionsräume weiterhin genutzt werden können, insbesondere die Operationssäle und auch der Kreißsaal.

In der Radiologie musste nur gründlich gelüftet und durchgeputzt werden, weshalb aber die über 100 für heute Vormittag bestellten Patienten wieder nach Hause geschickt werden mussten, sofern man sie nicht zuvor noch telefonisch erreichen konnte.

Am Morgen suchten die Ärzte sämtliche 220 Patienten, die über Nacht in der Klinik waren, auf und entschieden, wer angesichts der Lage unplanmäßig vorzeitig nach Hause entlassen werden kann. Schon in der Dämmerung ließen sich etliche Menschen abholen, einige wurden von Rotem Kreuz und Katastrophenschutz weggefahren.

Feuer im Kreiskrankenhaus Eschwege

 © Forbert
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Eine Verlegung von Patienten ins Schwesterkrankenhaus in Witzenhausen war nicht erforderlich. Aus Witzenhausen wird lediglich die Versorgung der Eschweger Patienten mit Essen sichergestellt - wie das Frühstück am Mittwochmorgen. Verschoben wurden nur Operationen, die geplant waren. Die Notfallaufnahme war gewährleistet.

Großaufgebot der Feuerwehr

Der Brand hatte für ein Großaufgebot an Rettungskräften gesorgt. Wegen des dichten Rauchs im Untergeschoss war für die Feuerwehr das gesamte Ausmaß des Brandes zunächst nicht auszumachen. Zuletzt konzentrierten sich die Löscharbeiten wohl auf einen Teil der Küche.

Die Feuerwehren der Kreisstadt und der umliegenden Orte waren gegen 2 Uhr alarmiert worden. Mit schwerem Atemschutz nur konnten die Helfer sich einen Weg in das Klinikgebäude an der Elsa-Brändström-Straße bahnen.

Während die Löscharbeiten gegen kurz vor drei Uhr noch in vollem Gange waren und die Suche nach weiteren Brandherden lief, entschloss sich der Ärztliche Leiter des Krankenhauses, Chefarzt Dr. Klaus Amon, die Evakuierung der unteren Stockwerke des Altbaues vorzubereiten. Alles verfügbare Personal sollte aus den Betten geklingelt werden, um zu helfen.

Die Bundespolizei hatte da schon das Nutzen von Zimmern in den Unterkünften des Aus- und Fortbildungszentrums nur drei Straßen weiter angeboten.

Der Notfallplan sieht zunächst als Notunterkunft die noch näher gelegene Alexander-von-Humboldt-Grundschule vor. Dorthin waren vor wenigen Jahren die Patienten aus dem Kreiskrankenhaus nach einer Bombendrohung gebracht worden.

Der Ablauf war vielen Helfern von daher bekannt. Doch gegen 3.25 Uhr hieß es "Feuer aus". Die Feuerwehr hatte einen Bereich als Brandherd lokalisiert und weitere definitiv ausgeschlossen. Die Flammen waren gelöscht, nur die Nachsuche nach weiteren Glutnestern folgte noch. Die Gefahr aber war gebannt, auch eine weitere Verqualmung war ausgeschlossen.

Entsprechend wurde dann - mittlerweile waren auch erst Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe und dann Landrat Stefan Reuß am Einsatzort eingetroffen -  auf das Evakuieren verzichtet.

Derzeit steckt noch viel Qualm in den Gängen der Klinik. Vier Mitarbeiter wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ärztlich behandelt.  (sff)

In Kürze wird hier auch ein Video zu sehen sein.

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