Feuerwehr-Großübung: Retter proben bei Witzenhausen Einsatz gegen Waldbrände 

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Riesiges Puzzle: Bei der Waldbrandübung gab es viel zu tun. Auf dem Sportplatz auf der Ebenhöhe oberhalb von Werleshausen beginnt die Feuerwehr Unterrieden mit dem Aufbau der Wasserbehälter, die von der Feuerwehr Bad Sooden- Allendorf mit einem Logistikfahrzeug gebracht wurden.

Witzenhausen. Dass Waldbrände auch in Hessen eine realistische Gefahr sind, zeigte sich an den hohen Warnstufen in den vergangenen, heißen und trockenen Wochen. Deshalb fand am Freitag bereits die dritte Waldbrandübung in diesem Jahr im Raum Witzenhausen statt.

Im Übungsszenario breitete sich um den Sportplatz im Wald zwischen Werleshausen, Neuseesen und Unterrieden ein Feuer als Bodenbrand aus.

Dieses Mal waren die Wehren aus Blickershausen, Bad Sooden-Allendorf, Dohrenbach, Hubenrode, Oberrieden, Unterrieden, Werleshausen, Witzenhausen, Ziegenhagen sowie aus dem thüringischen Bornhagen und Gerbershausen mit insgesamt 15 Einsatzfahrzeugen dabei. Unterstützt wurden sie vom Technischen Hilfswerk (THW) aus Unterrieden und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Witzenhausen.

Ihr Ziel: Die Zusammenarbeit der Wehren untereinander und mit THW und DRK zu verbessern, Konzepte verständlich zu machen und die Ausrüstung der Fahrzeuge optimal zu nutzen. Dabei gab es viele Schwierigkeiten zu bewältigen. Ein Problem war, dass der abgelegene Einsatzort nur über einen Waldweg erreichbar war, der keinen Gegenverkehr erlaubte. Am Einsatzort gab es zudem kein Wasser. Bodenbrände etwa graben sich über Wurzeln tief in die Erde und lodern an anderer Stelle wieder auf. Zum Löschen wird viel Wasser benötigt, da die Erde regelrecht geflutet werden muss. So bauten die Brandschützer als erstes fünf Behälter als Pufferspeicher auf, um Wasser zwischenzulagern. Ein Netz aus Schläuchen verteilte es zu den verschiedenen Löschstellen. Allein dieses Schlauchsystem benötigte bei der Übung 2 000 Liter Wasser, bis es komplett gefüllt war.

 Die Feuerwehr Dohrenbach bekämpfte während der Übung einen „Bodenbrand“ im Wald. 

Für die Übung waren die Fahrzeuge des THWs und der größeren Wehren, wie Witzenhausen, deren Fahrzeug mit 5000 Litern einen großen Tank hat, zum Wasserholen eingeteilt. Einweiser koordinierten die Touren über die engen Waldwege. Als Bereitstellungsraum diente Werleshausen, wo die Transporter gesammelt wurden und auf eine freie Strecke warteten. Wehren mit kleineren Fahrzeugen, wie etwa Blickershausen, blieben am Brandort und löschten, da sie tiefer in den Wald vordringen konnten.

Im Kampf gegen Waldbrände arbeiten die Wehren seit diesem Jahr intensiv mit dem THW zusammen, das je nach Waldbrandstufe Fahrzeuge mit entsprechenden Wassertanks bereit hält. So kann es mit seinen drei Fahrzeugen bis zu 17 000 Liter Wasser transportieren. „Das ist eine enorme Unterstützung“, bestätigt Claus Demandt, Wehrführer und stellvertretender Stadtbrandinspektor in Witzenhausen. Er war als Einsatzleiter der Übung mit dem Verlauf zufrieden. Es zahle sich aus, dass es bereits die dritte Übung war, sagte er. Bei jeder Übung würden neue Erkenntnisse dazugewonnen, die den Einsatz verbessern. 

Waldbrand: Retter proben den Ernstfall in Witzenhausen

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