Professionelle Imagekampagne

Feuerwehren im Kreis suchen neue Wege gegen Mitgliedermangel

Sie wollen sich für die Zukunft der Wehr einsetzen: 27 Feuerwehr-Führungskräfte aus dem Landkreis beraten gemeinsam über neue Konzepte der Mitgliederarbeit, über Pressearbeit und neue Alarmierungsmethoden. Organisiert wurde das Treffen von Kreisbrandinspektor Christian Sasse (ganz links) und Walter Schäfer, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands (2. v.l.). Foto: Steensen

Werra-Meißner. Mit einer professionellen Image-Kampagne und neuen Alarm- und Ausrückeordnung wollen Feuerwehren im Kreis dem Mitgliederschwund entgegentreten.

Das ist das Ergebnis eines Seminarwochenendes im Feuerwehrheim Meißner, berichtet der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Walter Schäfer. „Denn derzeit ist nicht die Ausrüstung das Problem der Wehren, sondern das fehlende Personal.“

Bereits jetzt kämpfen die Einsatzabteilungen in vielen Orten mit Mitgliedermangel - und der wird sich laut Schäfer in den kommenden Jahren noch verschärfen. Deshalb informierten sich 27 Stadt- und Gemeindebrandinspektoren und ihre Stellvertreter aus dem gesamten Kreisgebiet über Möglichkeiten, dem Mangel entgegenzutreten. „Wir müssen uns aktiv an die veränderten Umstände anpassen statt der Vergangenheit nachzutrauern“, so Schäfer.

Neue Regeln bei Alarmierung

Vor allem kleinere Wehren müssten enger zusammenarbeiten. Deshalb soll ab Frühjahr 2015 eine neue Alarm- und Ausrückeordnung dafür sorgen, dass alle geeigneten Wehren in der Nähe des Einsatzortes alarmiert werden - und nicht, wie bisher, nur die Nachbarwehren aus der gleichen Kommune. So könne man die im Umkreis verfügbaren Feuerwehrleute sinnvoller einsetzen. Damit das möglich wird, müssen alle Wehren nun bei einer Art Inventur genaue Angaben zu Ausrüstung und Personalsituation an den Kreis melden, damit das Alarmierungssystem künftig eine ideale Alarmierung sicherstellen kann.

Ein Seminarblock zu Pressearbeit mit Christian Bärmann, dem früheren Pressesprecher der Feuerwehr Hersfeld, und HNA-Redaktionsleiterin Friederike Steensen sowie ein Beitrag von Thomas Schneemilch, dem Kreisbrandinspektor von Kirchheim, über die erfolgreiche Fusion von kleinen Ortswehren zu Löschgruppen habe neue Denkanstöße gegeben, berichtete Schäfer. Auch über eine Alarmierung per Handy sei diskutiert worden. Diese sei vor allem für Orte ohne Alarmierung per Pieper sinnvoll.

Das Wichtigste ist aber laut Schäfer, dass die Feuerwehrleute die nötigen Veränderungen aus Überzeugung mittragen und in den Prozess eingebunden werden. Eine verordnete Zusammenlegung von Wehren würde nicht akzeptiert werden.

„Es muss ein Umdenken in unseren Köpfen erfolgen“, sagt Schäfer selbstkritisch. Kirchturmdenken könne man sich nicht mehr leisten. Von der Bevölkerung wünscht sich Schäfer, dass die Arbeit der Wehren mehr wertgeschätzt wird. „Die Kommunen finanzieren nicht unser Hobby“, betont er. „Im Einsatz sind wir eine Abteilung der Gemeinde - so ähnlich wie der Bauhof.“ (fst)

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