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11 000 Stunden Eigenleistung: Mitglieder haben bei Feuerwehrneubau in Frieda angepackt

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Von: Stefanie Salzmann

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Sind stolz auf ihre Truppe: (von links) Friedas Wehrführer René Dittmann und sein Vize Manuel Brand in der Fahrzeughalle des neuen Feuerwehrgerätehauses, für das die Truppe Tausende Stunden geleistet hat.
Sind stolz auf ihre Truppe: Friedas Wehrführer René Dittmann (links) und sein Vize Manuel Brand in der Fahrzeughalle des neuen Feuerwehrgerätehauses, für das die Truppe Tausende Stunden geleistet hat. © Stefanie Salzmann

Das Feuerwehrgerätehaus in Frieda steht kurz vor seiner Fertigstellung. Die Mitglieder des Feuerwehrvereins haben die Gesamtkosten massiv gedrückt.

Frieda – Vor acht Jahren konnten die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Frieda einen ersten Blick auf die Entwurfszeichnungen für ihr neues Feuerwehrgerätehaus neben der Weinberghalle an der Leipziger Straße werfen. Heute – 1,1 Millionen Euro und knapp 11 000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden später – ist der Bau fast fertig.

Das Geld kam größtenteils von der Gemeinde, die Arbeitsstunden von den rund 30 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr. Damit haben sie – nimmt man als Verrechnungssatz 40 Euro je Arbeitsstunde an – 440 000 Euro für das Gemeinwohl geleistet. Der ursprünglich bereits mit einer Million Euro veranschlagte Neubau musste in der Planungsphase auf 600 000 Euro gedeckelt werden, die Feuerwehr erklärte sich zu 7000 Stunden Eigenleistung für den Bau bereit. Daraus ist nicht nur deutlich mehr geworden, auch die Gemeinde hat seit 2020 noch mal eine halbe Million Euro nachgeschossen.

Die Fahrzeughalle mit den Spinden ist bereits seit Oktober vorigen Jahres in Betrieb, im rückwärtigen Teil des rund 480 Quadratmeter großen Gebäudes, wo sich die Umkleiden für Männer, Frauen, Jungen und Mädchen sowie die Duschen befinden, ist noch einiges zu tun. „Wir rechnen damit, dass wir bis 2023 mit allem fertig sind“, sagt Manuel Brand, stellvertretender Wehrführer bei der Friedaer Wehr.

Begonnen wurde der Neubau 2019, der Rohbau im Frühjahr 2020. „Wir haben von Anfang an mitgearbeitet“, sagt Wehrführer René Dittmann. Dann kam Corona. „Das kam uns einerseits zugute, weil ja kein Übungsdienst mehr stattfinden konnte, andererseits konnten wir nie in großer Formation anpacken“, sagt Dittmann. Das änderte sich in den Sommern 2021 und 2022 gründlich. „Da waren wir manchmal dann zu zehnt und so konnte man richtig was reißen.“ Dabei ging es zunächst um Abriss im rückwärtigen Teil, dann um den Einbau von Türen und Fenstern. „Der Tischler hat uns an zwei Fenstern gezeigt, wie das geht, und dann haben wir die anderen 23 eingebaut“, erzählt Manuel Brand. „Wir von der Feuerwehr fackeln nicht lange“, sagt Dittmann.

Wie aus dem Katalog: Das neue Gerätehaus in Frieda ist fast fertig. Die Fahrzeughalle ist bereits in Betrieb.
Wie aus dem Katalog: Das neue Gerätehaus in Frieda ist fast fertig. Die Fahrzeughalle ist bereits in Betrieb. © Stefanie Salzmann

Denn Potenzial haben die Aktiven der Friedaer Feuerwehr durchaus. „Wir haben zwar kein handwerkliches Fachpersonal, aber jeder weiß zumindest, wie man ein Werkzeug hält“, sagt Brand. Wobei man die Aussage insofern relativieren muss, als dass in der Wehr drei Elektromeister und zwei Gesellen vom Fach sind. Aber bei den anderen Gewerken haben manchmal Fachleute zumindest mit Rat zur Seite gestanden, aber „Wir haben uns auch viele Youtube-Videos angeschaut“, sagt Brand.

Eine richtige Einweihungsparty plant die Feuerwehr Frieda für kommendes Jahr, wenn auch das neue Fahrzeug, ein HLF 10 das LF 8 ersetzen haben soll. (Stefanie Salzmann)

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