SPD fürchtet Kostenanstieg nach Pandemie

Feuerwehrneubau Reichensachsen könnte teurer werden

Gibt es bisher nur im Entwurf: den Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen. Im Juni vorigen Jahres war Spatenstich, seitdem ist wenig passiert. Grafik: Baubüro Luther
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Gibt es bisher nur im Entwurf: den Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen. Im Juni vorigen Jahres war Spatenstich, seitdem ist wenig passiert. Grafik: Baubüro Luther

Der Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen könnte vor dem Hintergrund der während der Coronapandemie massiv gestiegenen Baukosten deutlich teurer werden als bisher kalkuliert. Das zumindest fürchtet die SPD-Fraktion im Wehretaler Gemeindeparlament und formulierte diese Sorge jetzt in einer Anfrage an die Verwaltung.

Reichensachsen - Spatenstich für den Neubau, den Landrat Stefan Reuß seinerzeit als „Vorzeigeobjekt im Brandschutz“ des Werra-Meißner-Kreises lobte, war Ende Juni vorigen Jahres. „Jetzt sind wir ein knappes Jahr weiter und sehen nichts“, sagte Andreas Eifler, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Er forderte von Bürgermeister Timo Friedrich jetzt einen Bericht zum Stand des Vorhabens in puncto Finanzierung, Zeitplan und Fertigstellung des Projektes.

2018 beschloss die Gemeindevertretung den Bebauungsplan, der musste im Februar 2020 wegen einer Fehlplanung geändert werden, weil ein Gefälle auf der künftigen Baufläche nicht beachtet worden war.

Ausschreibungen laufen aktuell

Bürgermeister Friedrich kündigte den Bericht für die nächste Sitzung des Parlamentes am 12. Juli an. „Das Thema ist zu komplex, um es in der Kürze der Zeit zu erläutern“, sagte er. Der Bauantrag für den Feuerwehrstützpunkt sei aber beim Kreis inzwischen gestellt, derzeit laufen die Ausschreibungen. „Bisher konnten wir die Kosten nur schätzen. Jetzt sind wir gespannt auf die Ergebnisse der Ausschreibung“, sagt er. Aber eins sei klar: „Die Baustoffe sind teuer geworden und wir werden mit Wartezeiten rechnen müssen.“ Im August soll die Aufschüttung des abschüssigen Geländes aber stattfinden.

Der Bau des Feuerwehrgerätehauses auf dem 14 000 Quadratmeter großen Gelände „Auf dem Bruche“ in Reichensachsen sollte nach bisherigen Rechnungen rund 4,2 Millionen Euro kosten. Weil der Stützpunkt aber nicht nur von der Ortsfeuerwehr, sondern auch vom Landkreis als Übungszentrum genutzt werden soll, will sich der Kreis an den Baukosten mit 570 000 Euro beteiligen.

Land fördert Bau mit 40 Prozent von 1,5 Millionen Euro

Das Land Hessen hat eine Förderung von 596 000 Euro zugesagt. Diese Summe bemisst sich allerdings an sogenannten förderfähigen Kosten von 40 Prozent, die das Land mit lediglich 1,5 Millionen ansetzt.

Die FWG in Wehretal hatte immer wieder kritisiert, dass die Zuschüsse von Kreis und Land zu gering sind. Immerhin bleibt die Kommune schon ohne eine mögliche Verteuerung der Baukosten auf gut drei Millionen Euro sitzen.

Über das neue Feuerwehrgebäude soll die Reichensächser Wehr künftig auch einen Teilabschnitt der neuen A 44 betreuen. Der Standort „Auf dem Bruche“ war vor allem im Hinblick auf die angekündigte Nordumgehungsstraße um Reichensachsen gewählt worden, die bisher aber weiter – bereits seit 20 Jahren – in der Planungsphase feststeckt. (Stefanie Salzmann)

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