Neubau von Wehretal und Werra-Meißner-Kreis

Feuerwehrstützpunkt Reichensachsen wird teilweise umgeplant, um Kosten zu reduzieren

Erschließung hat begonnen: Seit Anfang der Woche wird der Baugrund für den neuen Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen vorbereitet, dann sollen die Leitungen verlegt werden.
+
Erschließung hat begonnen: Seit Anfang der Woche wird der Baugrund für den neuen Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen vorbereitet, dann sollen die Leitungen verlegt werden.

Nach dem vorläufigen Ausschreibungsstopp für den Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen, hat der Arbeitskreis der Gemeinde erste Umplanungen für den Bau erarbeitet.

Reichensachsen – Das Gebäude soll um 15 Meter nach Westen verschoben werden, um perspektivisch Platz für weitere fünf bis sechs Hallen vorzuhalten. Zudem soll das Außengelände nicht wie geplant komplett asphaltiert beziehungsweise gepflastert werden, um im Falle einer Erweiterung nicht rückbauen zu müssen. Auch die Umfahrung des Gebäudes soll auf eine Breite von sechs Metern reduziert werden. Damit reduziert sich die zu versiegelende Fläche um 750 Quadratmeter – die Ersparnis liegt laut Bürgermeister Timo Friedrich bei etwa 100 000 Euro.

Die Gemeinde hatte im Juli dieses Jahres entschieden, die Leistungen angesichts der aktuellen Baupreise vorerst nicht auszuschreiben. Der Grund: Die Kosten für den Neubau würden dann wegen der aktuell hohen Baukosten schätzungsweise bei 6,5 bis sieben Millionen Euro liegen, 2017 waren sie auf 4,2 Millionen Euro geschätzt worden.

Angesichts der Kostenexplosion für den geplanten Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen, gibt es in Wehretal jetzt auch erste Überlegungen zur Zentralisierung der Ortsfeuerwehren.

Einer der Gründe sei, dass die Einsatzbereitschaft in den kleinen Ortsteilen zunehmend schwieriger werde, daher sei jetzt bereits im Gespräch die Feuerwehr Vierbach nach Reichensachsen zu verlegen, so Friedrich. Auch ein Neubau eines Gerätehauses im Ortsteil Hoheneiche sei im Haushalt der Gemeinde Wehretal „nicht mehr darstellbar“. Dort hatte die Gemeinde jetzt eine neue Garage für das Einsatzfahrzeug gebaut, nachdem der Prüfdienst das Gebäude auf Rot gestellt hatte. Einige Sanierungsarbeiten im Gerätehaus sollen nun noch folgen.

„Aber wir müssen den Ortsteilwehren jetzt vermitteln, dass wir nicht ins Uferlose investieren können“, erklärte Friedrich am Dienstagabend vor dem Hauptausschuss der Gemeinde. „Es wird langfristig auf eine Zentralisierung der Feuerwehren hinauslaufen.“ Irgendwann müsse die Gemeindevertretung darüber entscheiden, wie mit den Ortsteilwehren und den Investitionen umgegangen werde, sagte Friedrich. „Kirchturmdenken ist fehl am Platz.“

Zugleich würdigte Friedrich das Engagement und die Bedeutung der Feuerwehren in den einzelnen Ortsteilen. Daher sei es im Fall einer Zentralisierung aller Ortsteilfeuerwehren denkbar, die Gerätehäuser den Feuerwehrvereinen zur Verfügung zu stellen. Damit seien die Gebäude zum einen weiter für die Vereine nutzbar, aber zugleich aus dem Fokus des Prüfdienstes raus. Denn der Standard, den jedes einzelne Gerätehaus halten müsse, sei identisch mit dem der Berufsfeuerwehren in Kassel oder Frankfurt.

Der Arbeitskreis Feuerwehr der Gemeinde Wehretal tagt das nächste Mal am 22. September. Am folgenden Tag, so kündigt Friedrich es an, sollen die Feuerwehrkameraden aus Hoheneiche über den Stand der Dinge informiert werden. (Stefanie Salzmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.