Steuererklärungen aus Großstädten werden zukünftig auch im Kreis bearbeitet

Finanzamt Eschwege-Witzenhausen bekommt 55 weitere Stellen

Das Gebäude des Finanzamtes in Eschwege.
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Das Finanzamt in Eschwege und die Zweigstelle in Witzenhausen werden im Zuge der Steuerreform um 55 Stellen aufgestockt.

Das Finanzamt Eschwege-Witzenhausen bekommt im Zuge der Steuerreform nicht nur neue Aufgaben, sondern auch 55 neue Stellen.

Eschwege/Witzenhausen – Steuererklärungen von Frankfurtern, Offenbachern oder Wiesbadenern werden zukünftig auch im Finanzamt Eschwege-Witzenhausen bearbeitet. Das teilte Hessens Finanzminister Michael Boddenberg am Donnerstag in Wiesbaden mit. Dadurch entstehen beim Finanzamt Eschwege-Witzenhausen weitere Arbeitsplätze. Nicht 50, wie bislang angekündigt, sondern insgesamt 55 neue Arbeitsplätze entstehen an den Standorten in Eschwege und Witzenhausen.

Werra-Meißner-Kreis großer Gewinner der Reform

Der Werra-Meißner-Kreis sei einer der großen Gewinner der Reform des Finanzministeriums, sagt Boddenberg. Mit der Reform der Steuerverwaltung will das Finanzministerium mindestens 1200 Arbeitsplätze aufs Land verlagern.

Die Steuerverwaltung hat 2017 begonnen. Aus den ersten drei Reformschritten wurden 500 Beschäftigte heimatnäher eingesetzt, wie ein Sprecher berichtet. Die Verlagerung weiterer rund 200 Arbeitsplätze wurde angestoßen. Nun kommen rund 500 weitere dazu. Das Finanzministerium bündelt Aufgaben. „Ist dies ortsungebunden möglich, verlagern wir diese Arbeiten und damit Arbeitsplätze aufs Land“, sagt Boddenberg. Sei es hingegen sinnvoller, Aufgaben an einem bestimmten Ort zu bearbeiten, wird das jetzt so gemacht. So sollen Hessens größte Unternehmen zentral in den großen Finanzämtern geprüft werden – dort, wo diese Unternehmen meistens sitzen. Die Mitarbeiter folgen nur dann mit ihrem Arbeitsbereich in ein anderes Finanzamt, wenn sie das möchten. „Die Verlagerung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Raum klappt bisher hervorragend, denn viele unserer Kollegen wollen heimatnäher arbeiten“, beschreibt Boddenberg die Grundgedanken der Reform.

Bewertungsstelle für die Grundsteuer

Das Finanzamt Eschwege-Witzenhausen profitiert vor allem von der bereits bekannten Schaffung einer Bewertungsstelle für die Grundsteuer. Sieben dieser Stellen wird es ab 2025 in ganz Hessen geben, davon eine im Finanzamt Eschwege-Witzenhausen.

Der Hintergrund der neuesten Reform: Elf Finanzämter im ländlichen Raum werden zukünftig nicht nur die Steuererklärungen der Bürger in ihrem Einzugsgebiet bearbeiten, sondern auch die aus Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. „Dies betrifft beinahe 500 000 gültige Steuerkonten und sorgt für rund 300 zusätzliche Arbeitsplätze auf dem Land“, sagte der Finanzminister. Die Verlagerung soll zum Dezember 2023 und dann voraussichtlich an die Verwaltungsstelle Eschwege erfolgen.

Weitere Zielfinanzämter der Verlagerung sind: Alsfeld-Lauterbach, Dieburg, Dillenburg, Gelnhausen, Hersfeld-Rotenburg, Korbach-Frankenberg, Limburg-Weilburg, Michelstadt, Nidda und Wetzlar. Die Verlagerung wird nach und nach erfolgen. Bereits zum 1. Dezember wurde mit der Verlagerung aus Wiesbaden nach Limburg-Weilburg und aus Offenbach nach Gelnhausen begonnen. (Tobias Stück)

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