Flashmob: BI protestiert gegen Windpark bei Ellerode

Protest: Die Gegner der Windkraftpläne trafen sich vor der Turnhalle, um ihren Standpunkt deutlich zu machen. Foto:  Huck

Gertenbach: Um ihren Unmut kund zu tun, hat die BI Windkraftfreies Werratal einen Flashmod organisiert.

„Werratal - In tiefer Trauer und stillem Gedenken“ Wie eine Todesanzeige sieht die Karte aus, die von der Bürgerinitiative (BI) „Windkraftfreies Werratal“ am Freitag vor der Turnhalle in Gertenbach verteilt wurde. Und so fühlen sich die Betroffenen, als sei ein Teil ihrer Heimat gestorben.

Über 100 Gegner des geplanten Windparks bei Ellerode hatten sich versammelt, um vor der für den Abend angesetzten Veranstaltung, bei der Fabian von Berlepsch der Bevölkerung den Planungsstand vorstellte, ihren Unmut kund zu tun. Die fünf Windräder, die die „Berlepsch Erneuerbare Energien GmbH und Co. KG“ bei Ellerode aufstellen will, stoßen auf viel Gegenwind. „Durch das Vorhaben des Herrn von Berlepsch werden wir einen großen Teil unserer Lebensqualität einbüßen, das wollen wir uns nicht gefallen lassen“, so Christian Sahar Neckel von der BI. Er hatte zusammen mit dem Gertenbacher Musiker Guntram Pauli federführend die Gegenveranstaltung organisiert.

Schwarz gekleidet und mit Schildern und Bannern ausgerüstet hatten sich die Windkraftgegner in der Ortsmitte versammelt. „Keine Macht den Lobbyisten von Windrädern“, forderte die BI, „Wer bezahlt die Verluste bei unseren Immobilien?“ fragten die Gegner und „Herr Graf, sie machen sich auf unsere Kosten die Taschen voll“, werfen ihm die Mitglieder der BI vor. „Windräder machen Menschen und Tiere krank“, ist sich Neckel sicher. Er betonte, dass er nicht gegen erneuerbare Energien sei, Windräder aber nicht die richtige Lösung seien.

Die BI wirft von Berlepsch vor, er habe an der Öffentlichkeit vorbei geplant, seinen Wunsch nach Profit über das Wohl der Allgemeinheit gestellt. „Eine einzelne Person will sich bereichern und nimmt dafür einen Wertverlust für einen ganzen Ort in Kauf“, so Monika Decker. Die Immobilienpreise werden sinken, die Natur werde verschandelt und die Gesundheit der Menschen gefährdet, ist sich die Gertenbacherin sicher. Außerdem sei das Werratal der falsche Platz für ein solches Vorhaben findet Decker. Diese Meinung vertritt auch Guntram Pauli: „An dieser Stelle können die Windräder gar nicht den erhofften Erfolg bringen. Der Schaden der angerichtet werde, stehe in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen, den der Gertenbacher aber ohnehin in Frage stellt."

 „Für jedes Windrad müssen im Schnitt 500 bis 800 Bäume weichen, unsere größten Sauerstofflieferanten“, prangert er an. Für Pauli steht fest: „Auch wenn ich Stadt und die Menschen liebe, sollte das so weiter gehen, werde ich die Flucht ergreifen.“ Diesen Gedanken hat der Musiker auch in seinem Lied „Bye Bye Kirschenland aufgegriffen. Als er das Lied am Freitag zum ersten Mal vortrug, wurde es emotional in Gertenbach. Viele Bewohner können seine Trauer nachvollziehen und fühlen ähnlich. „Du bist nicht schuld, man hat dir schlimmes angetan… warst gestern unser Paradies, bist heute schwer geschunden…Bye bye geliebte Heimat, ich muss gehen.“

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