Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Flüchtlingsjunge in Eschwege vergewaltigt: Haft für zwei Iraker

Kassel/Eschwege. Wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes hat das Landgericht Kassel zwei 21-jährige Männer aus dem Irak zu je fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Sie sollen im April in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Eschwege einen damals erst zwölf Jahre alten Jungen mit einem Schal gefesselt und mit ihm abwechselnd Analverkehr ausgeübt haben, während der jeweils andere Mann Schmiere stand.

Das hält die 10. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Dreyer für erwiesen. Die Angeklagten bestritten diesen Vorwurf bis zuletzt, und ihre Anwälte forderten Freispruch. Unmittelbar nach dem Urteilsspruch kündigte Strafverteidiger Klaus-Uwe Haake für seinen Mandanten an, in Revision gehen zu wollen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Oberstaatsanwältin Andrea Boesken hatte siebeneinhalb Jahre Freiheitsentzug gefordert. Die Männer seien „planmäßig“ vorgegangen. Rechtsanwalt Steffen Hörning sprach namens der Familie des Jungen im Plädoyer von einer „zerbrochenen Kinderseele“.

Der Prozess hatte die Kammer auch wegen Sprachbarrieren statt zunächst geplanter drei fünf Tage beschäftigt. Der Zwölfjährige war zweimal unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen worden und hatte aus Sicht der Kammer das Geschehen glaubhaft geschildert.

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