Umrüstung auf Sportplätzen

Flutlicht: Politiker und SVR ringen um Förderzusage

Wie auf unserem Symbolbild soll auch in Reichensachsen bald unter Flutlicht mit LED-Leuchtmitteln Fußball gespielt werden können. Nach langem Ringen ist der Weg frei für die volle Förderung.
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Wie auf unserem Symbolbild soll auch in Reichensachsen bald unter Flutlicht mit LED-Leuchtmitteln Fußball gespielt werden können. Nach langem Ringen ist der Weg frei für die volle Förderung.

Der Sportverein (SV) Reichensachsen plant, seine in die Jahre gekommenen Flutlichtanlagen auf den Sportplätzen auf klimafreundliche und stromsparende LED-Leuchtmittel umzurüsten.

Reichensachsen – 59 300 Euro müssten dazu insgesamt investiert werden. Von dieser Summe wiederum wären 49 830 Euro sogenannte „zuwendungsfähige“, das heißt förderfähige, Kosten. Der Haken: Die volle Fördersumme kann ausschließlich dann abgerufen werden, wenn die Beantragung noch in diesem Jahr, spätestens also zum 31. Dezember, erfolgt. Die Gemeinde Wehretal muss zwingend mit im Boot sein, denn von ihrer Förderzusage über 10 000 Euro hängen auch die Zuwendungen anderer Träger ab. Wie mit dieser Ausgangssituation umzugehen ist, darüber entzweiten sich die Gemeindevertreter während ihrer jüngsten Zusammenkunft am Freitagabend so sehr, dass die Sitzung unterbrochen werden musste.

Der Zeitverzug

„Bei einer Entscheidung über eine Umrüstung der Flutlichtanlagen auf LED sollten die Regelungen der neu geschaffenen Vereinsförderrichtlinie Wehretals Beachtung finden“, forderte etwa Dr. Claus Wenzel (FWG). Und die Statuten besagten klar: Nur Förderanträge, die bis zum 1. Oktober eingehen, werden noch im laufenden Jahr bearbeitet. Das erste Schreiben des SVR aber ging am 12. Oktober ein. Noch einmal konkretisiert wurde es gar erst am 30. November. „Wir müssen uns selbst treu bleiben und alle Vereine gleich behandeln. Der SVR-Antrag wurde zu spät gestellt“, bekräftigte Norman Aue (FWG).

Die Klimakommune

„Wehretal ist seit der Unterzeichnung der Charta ,Hessen aktiv"’ im Januar als Klima-Kommune anerkannt“, entgegnete Wolfgang Weiner, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Die Umrüstung der Flutlichtanlagen stelle auch einen Teil der Umsetzung der vom Land vorgegebenen Ziele als Klima-Kommune dar. „Mir ist schleierhaft, warum Formalitäten vorgeschoben werden“, rief er der FWG-Fraktion zu. „Starre Regelauslegung verhindert Weiterentwicklung“, pflichtete SPD-Fraktionskollege Dieter Neuser bei.

Der Fragenkatalog

Eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hätte sich die FWG-Fraktion im Vorfeld gewünscht, um das Thema „intensiv“ erörtern zu können. Um den Fragen der FWG-Fraktion, vorgetragen durch Dr. Claus Wenzel, trotzdem Genüge zu tun, wurde Hans-Peter Apel als Vorsitzendem der Abteilung Fußball des SVR Rederecht gewährt. „36 Jahre alt“ sei die älteste Flutlichtanlage Reichensachsens mittlerweile. Ausgetauscht werden würden lediglich die Leuchtmittel, die Masten selbst bleiben unberührt. Gerechnet werde mit einer Stromersparnis von 1000 Euro pro Jahr.

Die Befangenheit

„Mit gutem Gewissen zustimmen“ könne er dem SVR-Antrag nur, wenn sich der SVR dazu verpflichte, das eingesparte Geld jährlich an andere Vereine zu verteilen. „Wir müssen Solidarität leben“, forderte Dr. Claus Wenzel. Auf wenig Gegenliebe stieß dagegen seine Frage, wer überhaupt abstimmungsberechtigt sei – schließlich seien viele Gemeindevertreter selbst Mitglied des SVR und somit befangen. Diesem Vorwurf erteilte Bürgermeister Timo Friedrich eine Absage.

Die Entscheidung

Nach einer Sitzungsunterbrechung folgte die Abstimmung: Mehrheitlich mit zwölf Ja-Stimmen, acht Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde dem SVR die Förderzusage gewährt. (Von Emily Hartmann)

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