Keine Bäume aus dem Wald

Forstämter im Werra-Meißner-Kreis verzichten auf Weihnachtsbaumverkauf

Auto mit Weihnachtsbaum auf dem Dach und Schnee
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In diesem Jahr gibt es im Werra-Meißner-Kreis keine Weihnachtsbäume von den Forstämtern direkt aus dem Wald.

Wer zu Weihnachten einen Baum schmücken möchte, wird im Werra-Meißner-Kreis derzeit legal nicht dort fündig, wo die meisten wohl Tannen und Fichten vermuten: im Wald. Denn die beiden Forstämter im Kreis in Hessisch Lichtenau und Wehretal haben sich entschieden, dieses Jahr keine Weihnachtsbäume zu verkaufen.

Werra-Meißner – „Die in der Vergangenheit zum Anbau genutzte Fläche in Friedrichsbrück ist aus dem Weihnachtsbaumalter herausgewachsen“, sagt der Lichtenauer Forstamtsleiter Matthias Dumm. „Das heißt, die Bäume sind zu groß.“ Neue Weihnachtsbaumkulturen seien bisher noch nicht angelegt worden, da die Pflege recht aufwendig sei. „Außerdem hat es in der Vergangenheit leider hohe Verluste durch Diebstahl gegeben“, erklärt er.

Auch das Forstamt Wehretal hat sich dieses Jahr gegen einen Verkauf entschieden. „Wegen Corona gibt es dieses Jahr keine Weihnachtsbäume bei uns“, sagt Wehretals Forstamtleiter Dr. Thomas Rysavy.

Matthias Dumm, Forstamtsleiter Hessisch Lichtenau

Wer im Werra-Meißner-Kreis noch Weihnachtsbäume kaufen will, wird unter anderem bei Volker Kanngießer fündig. Er betreibt in Wandried (Aue) den Feldladen Kanngießer und verkauft dort Nordmanntannen und Blaufichten.

„Vergangenes Jahr gab es durch Corona eine leichte Steigerung beim Weihnachtsbaumverkauf von schätzungsweise fünf Prozent“, sagt der Hofladenbetreiber. Der Grund: „Wahrscheinlich sind mehr Menschen über die Feiertage zu Hause geblieben und hatten mehr Geld zur Verfügung, da sie in der Pandemie weniger ausgegeben haben.“ Die Käufer hätten auch mehr Wert auf die Qualität der Bäume gelegt.

Dieses Jahr leide Kanngießers Weihnachtsbaumverkauf aber unter den Baustellen in Niederdünzebach bei Eschwege und an der Werrabrücke zwischen Frieda und Aue. Der Weihnachtsbaumverkauf ist deshalb um mehr als zehn Prozent eingebrochen, schätzt er. „Viele Menschen sind nicht bereit, diesen Umweg für einen Weihnachtsbaum in Kauf zu nehmen“, sagt der Hofladenbetreiber. (Fabian Becker)

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