Ausflugsziel

Den Frau-Holle-Teich am Hohen Meißner erhalten: Er wird entschlammt

Arbeiten über und unter Wasser: Während auf dem Teich ein spezielles Fahrzeug den Rohrkolben stützt, kommt im Schlamm am Grund Luftsauerstoff zum Einsatz.
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Arbeiten über und unter Wasser: Während auf dem Teich ein spezielles Fahrzeug den Rohrkolben stützt, kommt im Schlamm am Grund Luftsauerstoff zum Einsatz.

Weg mit dem Dreck: Der Frau-Holle-Teich am Hohen Meißner droht zu verschlammen und muss gereinigt werden. So soll das Ausflugsziel erhalten bleiben.

Meißner – Erste Erfolge meldet der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land vom Frau-Holle-Teich. Denn das beliebte Ausflugsziel an der Ostseite des Meißners drohte zu verlanden und muss von Schlamm sowie dem üppig wuchernden Rohrkolben befreit werden. So geschehen in den vergangenen Monaten, wie Geschäftsführer Marco Lenarduzzi berichtet.

Dafür setzte der Naturpark auf eine sanfte Methode, nämlich auf den Einsatz von Luftsauerstoff und das Zurückschneiden des Rohrkolbens. Es sei eine Art homöopathische Behandlung, erklärt Lenarduzzi. Von März bis November wurde der Sauerstoff per Kompressor und dünnen Kunststoffleitungen in den Grund des Teichs befördert. Der Luftsauerstoff begünstigte im Schlamm nicht nur Abbauprozesse, er beschleunigte sie auch.

Erfolgreich: Im Schnitt sei die Schlammschicht um 22 Zentimeter geschrumpft. „Das entspricht einem Abbau von 40 Prozent“, erklärt Lenarduzzi. Der ist dringend nötig. Denn während 1937 festgestellt worden sei, dass der Frau-Holle-Teich 2,60 Meter tief sei, war vor einem Jahr die Rede von lediglich 1,30 Metern. Nun sei 1,50 Meter gemessen worden. Doch so ganz sicher, wie tief der Teich ist, sei man nicht. Denn an einer Stelle sei eine Wassertiefenmessung nicht möglich.

Frau-Holle-Teich am Hohen Meißner lief schon einmal leer

Gleichzeitig wurde der Bestand an Rohrkolben gestutzt. Denn die im Winter absterbenden Bestände hätten zu immer mehr Biomasse im Teich und letztendlich zu dessen Verschlammung geführt. Mit einem speziellen Fahrzeug wurden die Pflanzen in den vergangenen Monaten unter der Wasseroberfläche abgeschnitten, was die Rohrkolben nachhaltig schädigen solle, und aus dem Teich befördert. Komplett kahlrasiert wurde der Frau-Holle-Teich aber auch nicht. Denn der Rohrkolben böte Amphibien auch Schutz. Deshalb sei dieser etwa in den Ablaichbereichen erhalten worden, erklärt Lenarduzzi.

Ganz bewusst habe man sich gegen das Ausbaggern des Teichs entschieden. „Das hätte einen massiven und auch kostspieligen Eingriff bedeutet“, erklärt Lenarduzzi. Nicht zu vernachlässigen sei dabei auch die Gefahr, die Tonschicht am Grund des Teichs zu verletzen, die das Wasser halte. Das passierte 1938, so der Geschäftsführer. Die wasserhaltende Tonschicht sei beim Ausbaggern durchbrochen worden. Der Teich lief leer. Gerettet wurde der Frau-Holle-Teich mit Großalmeröder Ton. So konnte der Teich seinerzeit wieder abgedichtet werden.

Doch kann der Eingriff in das Biotop nicht auch kritisch gesehen werden? Natürlich gäbe es immer zwei Seiten, gibt Lenarduzzi zu. Doch im Falle des Frau-Holle-Teichs spricht er sich klar für den Erhalt aus. „Der Teich bietet Tieren und Pflanzen einen Lebensraum und ist ein kulturhistorischer Ort.“ Nicht vergessen dürfe man zudem, dass sich der Teich in einem Naturschutzgebiet sowie einem FFH-Gebiet befände. Für diese Bereiche würden Eingriffe stets abgewogen und in einem Plan verbindlich festgehalten werden. Für den Frau-Holle-Teich heißt das: Die Wasseroberfläche soll bestehen bleiben. (Von Hanna Maiterth)

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