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Heute ist Freitag, der 13te: Pleiten, Pech und Pannen

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Von: Theresa Lippe

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Rendezvous am Himmel: Die Konjunktion von Venus und Jupiter vor dem Zierenberger Bärenberg fotografierte Ralf Gerstheimer im Jahr 2015.
Freitag, der 13te. gilt bei uns als Unglückstag - woher kommt dieser Glaube? © Ralf Gerstheimer

Viele Menschen fürchten dieses Datum - fällt ein Freitag auf einen 13ten des Monats soll das angeblich Unglück bedeuten. Was der Ursprung dieses Aberglaubens ist und wie man mit dem heutigen datum umgehen kann, sagen der stellvertretende Dekan Ralph Beyer und die Beraterin in spirituellen Fragen Anja Reimuth.

Werra-Meißner – In der Regel freuen sich die meisten Menschen darüber, wenn Freitag ist, schließlich ist das Wochenende zum Greifen nah. Anders ist es jedoch heute, denn es ist Freitag der 13te. Der Erste und einzige in diesem Jahr. Für viele Menschen in Deutschland gilt dieses Datum als vermeintlicher Pechtag. Doch woher stammt der Aberglaube, dass ausgerechnet an diesem Datum besonders viele Unglücke passieren könnten?

Schon in alten Deutungsversuchen der Bibel scheinen sowohl die Zahl als auch der Wochentag einen schlechten Ruf zu haben. Ralph Beyer, stellvertretender Dekan des Kirchenkreis Werra-Meißner erklärt: „Im christlichen Glauben ist die Zwölf die Zahl der Vollkommenheit – das Volk Israel hat zwölf Stämme, ein Tag hat zwei Mal zwölf Stunden, Jesus versammelte zwölf Jünger um sich.“ Hier kommt die Zahl 13 ins Spiel.

Denn Judas stieß als letzter und somit 13ter zum Abendmal dazu. Kurz darauf verriet er Jesus, was zu dessen Kreuzigung führte. Die 13 bekommt also eine negative Eigenschaft zugeschrieben. Jesus Kreuzigung fand an einem Freitag – Karfreitag – statt. „Diese Deutung kann mit Sicht auf Traditionen der alten Kirche den Freitag erklären“, sagt Beyer.

Passierten schlechte Dinge an einem Freitag den 13ten, wird dies häufig als selbsterfüllende Prophezeiung gedeutet, schließlich zeigt der Kalender ja den vermeintlichen Unglückstag an.

Ralph Beyer Stellvertretender Dekan

Der stellvertretende Dekan rät, mit Gottvertrauen den Tag zu begehen. „Es ist schließlich ein Tag, wie jeder andere auch.“ Er erklärt, dass Menschen häufig einen Grund für ihr Pech oder Schicksalsschläge suchen, um sich die Situation besser zu erklären: „Passierten schlechte Dinge an einem Freitag den 13ten, wird dies häufig als selbsterfüllende Prophezeiung gedeutet, schließlich zeigt der Kalender ja den vermeintlichen Unglückstag an“, sagt Beyer. Es müsse also alles schief laufen.

Anja Reimuth ist Lebenscoach mit eigener Praxis in Eschwege. Sie erklärt das Phänomen Aberglaube: „Häufig sehen die Menschen eine falsche Verknüpfung von Ursache und Wirkung, wenn ihnen am vermeintlichen Pechtag etwas Negatives passiert.“ Es werde eine Erklärung von außen für die eigenen inneren Blockaden und Kummer gesucht, statt in sich selbst reinzuhören.

Reimuth rät, bei Pech-Momenten am Freitag den 13ten Ruhe zu bewahren: „Seien Sie achtsam und überprüfen Sie ihre Selbstwahrnehmung. Korrigieren Sie ihre subjektive Sichtweise gegebenenfalls.“ Denn in der Regel aller Fälle hingen Unglücke nicht mit dem konkreten Datum zusammen.

Freitag ist der Tag der Göttinnen

Außerdem erklärt sie, dass der Freitag spirituell gedeutet der Tag der Göttinen sei und eine sehr positive Bedeutung habe. Hinzukommend sei er in der Astrologie Tag der Venus – also dem Planeten, der nach der Göttin der Liebe und Schönheit benannt wurde. Reimuth rät, besonders heute Positives zu manifestieren, statt auf eventuelle negative Momente zu warten.

Sowohl der stellvertretende Dekan Ralph Beyer als auch Lifecoach Anja Reimuth sind sich einig: Vor Freitag dem 13ten müsse niemand Angst haben. Missgeschicke würden ganz unabhängig vom Datum passieren.

Vermeintliche Pechtage in anderen Ländern

Die Angst vor Freitag dem 13ten hat einen Namen: die abergläubische Furcht vor dem Datum nennt sich Triskaidekaphobie (Altgriechisch für 13 und Furcht).

Jedoch gilt nicht in allen Ländern genau dieses Datum als vermeintlicher Unglückstag. In Italien beispielsweise ist es Freitag der 17te. Die Angst vor der 17 geht in Italien so weit, dass der französische Autohersteller Renault sein Model l „R17“ für den italienischen Markt in „R177“ umbenannt hat und Hotels keine 17te Etage ausweisen.

Aber auch in den Nachbarländern Spanien und Griechenland haben die Menschen an anderen Daten Sorge vor vermeintlichem Pech. Dort ist es Dienstag der 13te. In Spanien vermeiden Paare beispielsweise an diesem Datum zu heiraten.

Im Judentum hingegen gilt die 13 als Glückszahl. Nach den Phasen des Lebens im Judentum ist 13 das Alter der Reife oder Verantwortung. Jungen bekommen Bar Mizwa, werden in die Gemeinde aufgenommen und verpflichtet, die Gebote des Judentums einzuhalten. Außerdem werden Gott im jüdischen Glauben 13 Eigenschaften im Buch Mose zugeschrieben, weshalb die Zahl ebenfalls für Positives steht. (Theresa Lippe)

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