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Im Interview: Brandon Schaffmeister und Ronja Schuchhardt erzählen von ihrem Freiwilligen Sozialen Schuljahr

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Von: Eden Sophie Rimbach

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In Eschwege waren und sind Brandon Schaffmeister (17) und Ronja Schuchhardt (19) im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Schuljahres im Einsatz.
In Eschwege waren und sind Brandon Schaffmeister (17) und Ronja Schuchhardt (19) im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Schuljahres im Einsatz. © Eden Sophie Rimbach

Eschwege – Zum zweiten und fünften Mal engagieren sich Brandon Schaffmeister und Ronja Schuchhardt aus Eschwege im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Schuljahres (FSSJ). Darauf aufmerksam geworden sind sie durch Flyer an ihren damaligen Schulen. Neben der Schule leisten sie 80 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Koordiniert wird das FSSJ von Christine Horn und Andrea Eckardt von Omnibus – die Freiwilligenagentur, einem Arbeitsbereich der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS).

Für euch ist das aktuelle FSSJ nicht das erste. Warum habt ihr euch wieder dafür entschieden?

Ronja: Mein erstes FSSJ lief über das Pinguin-Patenprojekt der FBS. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, weswegen ich mich wieder für ein FSSJ entschieden habe. Christine Horn meinte, dass auch das Radio eine passende Möglichkeit für mich sein könnte. Beim Rundfunk Meißner (RFM) hat mir das FSSJ so gut gefallen, dass ich noch ein weiteres Jahr dort war. Mit meinem Wechsel auf das Oberstufengymnasium habe ich angefangen, mich in dessen Schülervertretung zu engagieren. Da man das mit dem FSSJ verbinden kann, habe ich das getan und das ebenfalls nach einem Jahr verlängert. Damit ist dieses FSSJ mein fünftes.

Brandon: Ich habe mein FSSJ beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) gemacht, weil ich später als Notfallsanitäter arbeiten möchte. Im ersten Jahr war ich als Schüler der Brüder-Grimm-Schule Mitglied beim Schulsanitätsdienst. Inzwischen besuche ich die zehnte Klasse der Berufsfachschule Gesundheit und bin in meinem zweiten FSSJ Betreuer des Sanitätsdienstes an der BGS. Dazu gehört, dass ich mein Wissen an andere Schüler weitergebe.

Ronja, inwiefern hängt dein Engagement mit deinem Berufswunsch zusammen?

Ronja: Ich könnte mir vorstellen, nebenbei weiter beim Radio tätig zu sein. Aber ich möchte Lehrerin werden, was nicht direkt mit meinem FSSJ zusammenhängt.

Wie hat sich euer FSSJ durch die Coronapandemie gestaltet?

Brandon: Es ist sehr viel ausgefallen. Distanzlehre war zu Beginn meines ersten FSSJs noch ein Thema, was die Schulen und damit auch den Sanitätsdienst betroffen hat.

Ronja: Ich hatte das Glück, dass ich zu dieser Zeit beim RFM war. Ich konnte zwar nicht die ganze Zeit vor Ort sein und die Maske erschwert das Sprechen vor dem Mikrofon, aber ich durfte Technik ausleihen. Von zuhause aus konnte ich Sendungen schreiben und aufzeichnen. Die Audio-Dateien habe ich dann zum RFM gesendet, sodass die Sendungen ganz normal ausgestrahlt wurden. Auf meine Zeit beim Pinguin-Patenprojekt hätte es sich stärker ausgewirkt, weil ich dort die drei kleinen Kinder einer festen Familie betreut habe.

Ihr habt von euren ersten Engagements erzählt. Was hat euch dazu motiviert, ein FSSJ zu absolvieren?

Ronja: Angefangen hat es bei mir damit, dass ich durch das Pinguin-Patenprojekt helfen wollte. Ich habe immer montags auf die Kinder einer Familie aufgepasst, um die Eltern zu entlasten. Man spürt dabei die Dankbarkeit der Menschen. Hinzu kommt, dass ich gern mit Kindern arbeite und es mir sehr viel Spaß bereitet hat. An den anderen beiden Einsatzstellen hatte und habe ich ebenfalls Freude an den Tätigkeiten.

Brandon: Die Mitarbeiter und die Schüler sind sehr nett. Und man bringt nicht nur anderen etwas bei, sondern lernt auch selbst viel.

Brandon, wie lassen sich Schule und das FSSJ an einer anderen Schule zeitlich vereinbaren?

Brandon: Eigentlich gut, ich habe gute Busverbindungen und manchmal schon nach der vierten Stunde Schluss.

Würdet ihr das FSSJ weiterempfehlen?

Ronja: Auf jeden Fall. Bei jedem Engagement sammelt man neue Erfahrungen und lernt Menschen kennen. Zusätzlich ist es eine gute Möglichkeit, um zu überprüfen, ob man sich einen Beruf in einem bestimmten Feld vorstellen könnte oder ihn eher ausschließt. Zudem suchen viele Stellen nach Unterstützung durch Freiwillige.

Möchtet ihr euer freiwilliges Engagement weiterführen?

Brandon: Ich mache auf jeden Fall wieder ein FSSJ beim DRK. Nach dem Abschluss möchte ich entweder in die Ausbildung gehen oder ein FSJ beim Rettungsdienst absolvieren. Das wäre wahrscheinlich auch meine Wahl gewesen, wenn es das FSSJ nicht geben würde.

Ronja: Ein weiteres FSSJ kann ich nach dem Ende meiner Schulzeit ja nicht mehr machen, aber ich werde mich weiterhin engagieren. Das habe ich schon vor dem FSSJ getan. Es ist mir sehr wichtig und macht mir Spaß. Das möchte ich auch neben Studium und Beruf beibehalten.

Gibt es etwas, das ihr anderen zum Thema FSSJ mitgeben möchtet?

Ronja: Dass man es einfach versuchen sollte. Wenn es dann für jemanden überhaupt nicht passt, kann er auch abbrechen. Letztlich sammelt man Erfahrungen. Wenn man noch nicht weiß, wo man sich engagieren möchte, findet man vielleicht durch eine Empfehlung von Omnibus genau das Richtige.

Brandon: Ich habe in der Zeit viele Erfahrungen gesammelt. Es macht Spaß und man lernt viele Menschen kennen, vielleicht auch jemanden aus dem Berufsfeld, das einen selbst interessiert.

Von Eden Sophie Rimbach

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