Nach der Landratswahl

Friedel Lenze bleibt Bürgermeister in Berkatal und hat Pläne

Nach der Landratswahl bleibt Friedel Lenze (SPD) Bürgermeister von Berkatal. Auf dem Programm stehen viele Pflichtaufgaben in den nächsten Jahren, vor allem aber die fehlenden Jahresabschlüsse.
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Nach der Landratswahl bleibt Friedel Lenze (SPD) Bürgermeister von Berkatal. Auf dem Programm stehen viele Pflichtaufgaben in den nächsten Jahren, vor allem aber die fehlenden Jahresabschlüsse.

Friedel Lenze bleibt Berkatal als Bürgermeister erhalten. Nach einem langen Wahlkampf konnte er sich in der Stichwahl letztendlich nicht gegen seine Gegenkandidatin Nicole Rathgeber (FW) durchsetzen.

Berkatal – Der Berkataler Bürgermeister war als Kreistagsvorsitzender und Sprecher aller Bürgermeister im Landkreis vielerorts der Favorit für den Landratsposten, das Ergebnis überraschte letztendlich viele.

„Ich habe schon gehofft, dass ich die Wahl gewinnen kann. Aber wenn die Bevölkerung des Kreises mal etwas Neues ausprobieren will, dann probieren wir es jetzt gemeinsam aus“, sagt Berkatals Bürgermeister. Langweilig werde ihm nicht. Er habe auch in Berkatal noch reichlich zu tun.

Auf der Agenda stehen zum Beispiel die Sanierung der gemeindeeigenen Straßen, ein Dauerthema, sagt Lenze. Ebenfalls steht noch immer die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für den Ortsteil Hitzerode auf dem Programm. Auch soll Hitzerode ein neues Feuerwehrfahrzeug samt passender Halle bekommen.

Insbesondere aber sollen in den kommenden Jahren die seit 2008 fehlenden Jahresabschlüsse abgearbeitet werden. Der Zeitplan stehe fest (wir berichteten) und werde bisher eingehalten: In diesem Jahr sollen die Abschlüsse 2008 bis 2010 erstellt werden, in 2022 die Jahre 2011 bis 2016 und in 2023 sollen die Jahresabschlüsse ab 2017 fertig werden.

Unterstützt wird die Gemeinde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schüllermann. „Wir haben einen umfangreichen Fragenkatalog abgearbeitet und den Wirtschaftsprüfern vorgelegt“, sagt er.

Dauerhaft personelle Unterbesetzung und zusätzliche gesundheitliche Ausfälle auf der Gemeindeverwaltung nennt Lenze als einige der Hintergründe für die fehlenden Jahresabschlüsse. „Wir mussten deshalb Prioritäten setzen und haben uns auf Dinge konzentriert, die Vorrang hatten.“

Etwa die Wasserversorgung und die Anbauten des Kindergartens für mehr Kitaplätze angeht, sagt der Bürgermeister. Dass diese Dinge sichergestellt und erst einmal alle Bürger versorgt sind, sei wichtiger, als die Bürokratie dahinter. „Ich bin da tiefenentspannt. Ja, das sind Pflichtabschlüsse und wir arbeiten sie auch ab. Die Sicherstellung des Brandschutzes ist aber auch Pflicht.“

Trotz fehlender Jahresabschlüsse sei der Gemeinde bisher kein Nachteil entstanden. Bis auf einen neuen Satz Tische und Stühle für Frankenhain seien alle Vorhaben vom Regierungspräsidium genehmigt worden.

Berkatal habe zwar keine Jahresabschlüsse, dafür aber gute Zahlen, sagt Lenze: Rund eine Million Euro hat die Gemeinde auf dem Konto. Davon werde aber einiges abschmelzen, denn im kommenden Jahr erwartet er wegen des kommunalen Finanzausgleiches schlechtere Zahlen.

Die Diskussion um die Finanzen in Berkatal sei Lenze langsam Leid. „Das Thema wurde zuletzt furchtbar hochgekocht.“ Scharfe Kritik wegen der fehlenden Jahresabschlüsse in Berkatal wurde vor allem während seinem Wahlkampf zum Landrat laut – insbesondere in den sozialen Netzwerken.

Gegen Verunglimpfungen wolle Lenze gegebenenfalls rechtlich vorgehen, sagte er auf der vergangenen Gemeindevertretersitzung. Diese Androhung hätte aber bereits Wirkung gezeigt, sagt er auf Nachfrage, bestimmte Postings seien wieder gelöscht worden. „Von mir aus wird aktuell nichts weiter veranlasst.“

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