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Friedensgebet für Menschen in der Ukraine: Spontane Aktion bringt 3208 Euro

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Von: Harald Triller

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Die Kirchenspatzen sehnten mit ihren Liedern unter der Orgelbegleitung von Pfarrerin Rosemarie Kremmer den Frieden herbei.
Die Kirchenspatzen sehnten mit ihren Liedern unter der Orgelbegleitung von Pfarrerin Rosemarie Kremmer den Frieden herbei. © Harald Triller

Wie schnell humanitäre Hilfsaktionen in die Tat umzusetzen sind, das haben die Stadt und die evangelische Kirche mit der großen Unterstützung der Einwohner von Wanfried unter Beweis gestellt.

Wanfried - Unter dem Gemeinschaftsprojekt „Friedensgebet“ steht die Summe von exakt 3208 Euro, die nun auf direktem Wege den Menschen in der Ukraine zu Gute kommt, die unschuldig unter dem Krieg leiden.

Die Idee dieses Friedensgebetes hatte Bürgermeister Wilhelm Gebhard, der vergangenen Montag das Gespräch mit Pfarrerin Rosemarie Kremmer suchte. „Diese Idee, der Termin und das anschließende Beisammensein im alten Schmirgelwerk, das uns Thomas Wehr kostenlos überlassen hat, hat am Küchentisch unserer Pfarrerin Gestalt angenommen.“ Mit im Boot waren schnell Christina Dietrich von der Zweigstelle der Anne-Frank-Schule, die stellvertretende Leiterin vom Kindergarten „Plessefelsen“, Daniela Jakob, und der katholische Geistliche Gabriel Neisser, die mit kurzen und treffenden Lesungen die Brücken zum großartigen Gesang der Kirchenspatzen sowie zum Solovortrag der Konfirmandin Cecilia Ruppel gebaut haben. Und die vielen Gottesdienstbesucher haben der Gebetsstunde den nötigen Rahmen verliehen.

An der Orgel hieß Pfarrerin Kremmer die Besucher mit dem passenden Lied „Where have all the Flowers“ willkommen, das 1962 ins Deutsche übersetzt und von Marlene Dietrich unter dem Titel „Sag mir, wo die Blumen sind“ gesungen wurde. Nach ihrer kurzen Begrüßung übernahm Rosemarie Kremmer dann gänzlich die Orgel, um die Kirchenspatzen bei den Liedern zu begleiten, die dem Anlass gerecht wurden und die Versöhnung herbeisehnten.

„Frieden beginnt in den eigenen Herzen“, „Peace shall be with you“ (Friede sei mit dir) oder „Aufstehen und aufeinander zugehen“ waren unter anderen bewegende Inhalte in Wort und Gesang. Bürgermeister Wilhelm Gebhard zitierte aus der legendären Rede „I have a dream“ aus dem Jahr 1963 von Martin Luther King: „Seine damaligen Aussagen haben in weiten Teilen erschreckend wenig an Aktualität verloren“, so der Bürgermeister, der den Wunsch zum Ausdruck brachte, dass die Glocken der Freiheit läuten mögen.

Pfarrerin Kremmer durfte sich bei 1245 Euro über die größte Solidarkollekte ihrer gut 14-jährigen Amtszeit freuen. Beim anschließenden Empfang an dem rund 170 Gäste den Weg ins alte Schmirgelwerk fanden, sind 1963 Euro an Spenden zusammengekommen. Wilhelm Gebhard überreichte an die bereits eingetroffenen Flüchtlinge, die schon sieben der 17 zur Verfügung gestellten Wohnungen in Wanfried belegen, Blumen.

„Gerade die Vereine haben einmal mehr verdeutlicht, dass in Wanfried eine große Solidargemeinschaft zu finden ist“, lobte das Stadtoberhaupt die Feuerwehrleute, die den Grill bedienten und die Mitglieder vom Schützenverein, die die Einlasskontrolle und den Getränkeverkauf organisierten. „Ein großer Dank gebührt auch Winfried Gärtner vom Edeka-Markt“, sagte Gebhard. Gärtner stiftete – außer den Brötchen vom Bäcker Siemon – alles fürs kulinarische Wohl. Die Anne-Frank-Schüler brachten sich beim Verkauf von Glühwein und Punsch ein, Mario Alferow sorgte kostenlos für die Licht- und Tontechnik. (Harald Triller)

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