Insolvenzverfahren eröffnet

Früher Schwimmflügel, heute Yoga-Matten: Friedola streicht 80 Stellen

Frieda. Schlechte Nachrichten für rund 80 der 383 Mitarbeiter der Friedola-Living-Gruppe aus Meinhard-Frieda: Sie wurden mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von der Arbeit freigestellt.

„Wir waren nicht mehr in der Lage, alle Gehälter zu zahlen, deshalb war der Insolvenzverwalter verpflichtet, einige Mitarbeiter freizustellen“, erklärt Geschäftsführerin Désirée Derin-Holzapfel. Informiert wurden die betroffenen Mitarbeiter bereits am vergangenen Mittwoch. 

Am Montag hat das Amtsgerichts Eschwege das Insolvenzverfahren der Friedola-Living-Gruppe eröffnet, damit endete auch gleichzeitig der Zeitraum, in dem noch Insolvenzgeld gezahlt wurde. „Das Unternehmen muss ab jetzt die Löhne und Gehälter wieder selbst erwirtschaften, was leider nicht für alle 383 Beschäftigten reicht“, erklärt Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther, der den Verlust der Arbeitsplätze bedauert. 

Positiv sei laut Flöther, dass es gelungen sei, den Geschäftsbetrieb in allen Produktionssparten zu stabilisieren. „Das wir den dafür notwendigen Massekredit bekommen haben, zeigt, dass die Gläubiger an eine Zukunft des Unternehmens glauben“, sagt Flöther. Der Insolvenzverwalter will den Betrieb weiter fortführen und ist derzeit auf der Suche nach einem Investor. Um den anzulocken, müsse das Unternehmen wieder profitabel laufen.

Zu Gute käme Friedola laut Flöther, dass Kunden und Lieferanten die Treue hielten: „Es gab keine Kündigung von Aufträgen.“ Ebenfalls sei es gelungen, eine Transfergesellschaft zu gründen, in der bis zu 35 der 80 freigestellten Mitabeiter zunächst für vier Monate weiterbeschäftigt werden, betont Flöther. „In diesem Zeitraum werden die Mitarbeiter beruflich weiterqualifiziert und bekommen Hilfestellung bei der Jobsuche“, erklärt Betriebsrat Thomas Martin. Ab dem heutigen Dienstag werden die Interessenausgleiche und Sozialpläne für die Kündigungen verhandelt.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / Berliner_Kuri

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