Sein ganzer Stolz sind die Urenkel

Fritz Adam aus Weißenborn ist heute 80 Jahre alt

Lieblingsplatz im Garten: Fritz Adam aus Weißenborn feiert heute seinen 80-jährigen Geburtstag. Der Hobbygärtner hat in seinem Leben viel erlebt.
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Lieblingsplatz im Garten: Fritz Adam aus Weißenborn feiert heute seinen 80-jährigen Geburtstag. Der Hobbygärtner hat in seinem Leben viel erlebt.

Fritz Adam aus Weißenborn feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der ehemals leidenschaftliche Sportler und aktive Hobbygärtner hat ein Elefantengedächtnis und sein ganzer Stolz sind seine beiden Urenkel.

Weißenborn – An das exakte Datum mit Tag, Monat und Jahr erinnert sich Fritz Adam aus Weißenborn, wenn er nach Ereignissen in seinem Leben gefragt wird. Das gilt für jede einzelne Sportverletzung des einst leidenschaftlichen Fuß- und Handballers – die erste übrigens am 30. Juli 1961.

Das gilt aber auch für ganz besondere Momente in seinem Leben. Zum Beispiel, als er am 1. Mai 1960 seine Frau Elfriede in Weißenborn kennengelernt hat, die er liebevoll „Friedchen“ nennt.

Auch der heutige Tag ist ein besonderes Datum. Denn heute ist Fritz Adam auf den Tag genau 80 Jahre alt. In seinem Wohnzimmer deutet der Senior stolz auf ein gerahmtes Foto. „Das sind mein Enkel Florian, seine Frau und meine beiden Urenkel.“ Vor dem Wandschrank stapelt sich eine ganze Menge buntes Spielzeug. „Das ist kein Wohnzimmer, das ist das Spielzimmer für unsere Urenkel“, sagt Fritz Adam mit einem Zwinkern.

Der leidenschaftliche Hobbygärtner wurde in Netra in eine evangelische Familie hineingeboren, auf seinen Glauben legt er großen Wert. In Netra ging er auch zur Volksschule, später besuchte er die Handelsschule in Eschwege. Wegen seiner guten schulischen Leistungen wäre er gerne an die Friedrich-Wilhelm-Schule nach Eschwege gewechselt oder später für das Wirtschaftsabitur nach Kassel gegangen. „Wegen unserer finanziellen Möglichkeiten konnten wir uns aber die Busfahrkarte nicht leisten“, erzählt er. In Eschwege schloss er die Handelsschule ab und ging dann in einem Kfz-Betrieb in die Lehre als Bürokaufmann.

Während seiner gesamten Jugend spielte Fritz Adam Fußball in Netra, in der A-Jugend sogar bis zu den Kreisausscheiden. Wenig später spielte er in Weißenborn zusätzlich Handball. „Es gab Tage, da habe ich vormittags Handball gespielt, war zum Mittagessen kurz zu Hause und bin dann mit dem Fahrrad zum Fußball gefahren.“ Den aktiven Sport hing er gegen Ende der 19060er-Jahre an den Nagel, um mehr Zeit für die Familie zu haben. In den Vereinen ist er aber bis heute Mitglied.

Mit dem Einsatz bei der Hamburger Hochwasserkatastrophe wurde Fritz Adam erwachsen

Als er zwischenzeitlich von der Bundeswehr einberufen wurde, musste er erwachsen werden, wie er sagt. „Am 18. Februar 1962 war meine Jugend vorbei.“ Im Einsatz war Adam damals im Hochwasserkatastrophengebiet in Hamburg. Er hat dort zahlreiche Leichen geborgen. „Ich denke heute noch oft daran, besonders wenn ich nun die Bilder vom Ahrtal sehe“, sagt er. Nach 18 Monaten war sein Einsatz zu Ende. Zurück in der Heimat verlobte er sich mit seiner Elfriede und heiratete sie ein Jahr später am gemeinsamen Jahrestag, dem 1. Mai 1964. Er zog zu ihr nach Weißenborn.

Beruflich zog es ihn 1976 für einige Jahre nach Frankfurt, wo er als kaufmännischer Leiter bei einem Nutzfahrzeugexporteur arbeitete. Ab 1984 wechselte er bis 2002 für die gleiche Tätigkeit nach Göttingen und war wieder näher bei der Familie.

Auch als Rentner alle Hände voll zu tun

Und auch wenn Fritz Adam seit einigen Jahren in Rente ist, so hat dennoch alle Hände voll zu tun. Ist er nicht gerade für seine Enkel und Urenkel unterwegs, nehmen seine Ehrenämter, die sich nicht alle gänzlich aufzählen lassen, viel Zeit in Anspruch. In Weißenborn hat er sich zum Beispiel der Feuerwehr verschrieben, war über 40 Jahre aktives Mitglied. Außerdem liegen ihm die Männerwerkstatt, der Heimatverein, die IG Heldrastein und die Seniorenbewegung am Herzen. Seit 2011 fährt er regelmäßig das Bürgermobil. Zudem ist er Vorsitzender des Vereins Selbsthilfegruppe Schlafapnoe, ein Handicap, an dem er selbst leidet. Dabei haben die Betroffenen im Schlaf Atemaussetzer.

Und steht einmal nichts an, so umsorgt er seine zahlreichen Pflanzen, hält gegenüber seines Hauses den Spielplatz in Ordnung und beliest sich in Lexika zu Tieren, Natur, Geschichte und Politik, die sich in den Regalen seines Hobbyraums stapeln. „Wir Rentner sind doch die Menschen, die die wenigste Zeit haben.“ Er lacht laut. (Jessica Sippel)

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