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Fünf Tipps vom Allgemeinmediziner: Das hilft gegen den Winterblues

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Von: Emily Spanel

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Trotz der dunklen Jahreszeit und nasskalter Witterung muss man nicht in den Winterblues verfallen: Es hilft, bei Wind und Wetter draußen aktiv zu sein und viel Tageslicht aufzunehmen. Symbo
Trotz der dunklen Jahreszeit und nasskalter Witterung muss man nicht in den Winterblues verfallen: Es hilft, bei Wind und Wetter draußen aktiv zu sein und viel Tageslicht aufzunehmen. Symbo © Astrid Gast

So kommen Sie gut gelaunt und fit durch den Winter.

Werra-Meißner – Es ist noch dunkel, wenn der Wecker klingelt – und am Nachmittag dämmert es schon wieder. Der Winter kann gemütlich sein, aber bei manchen Menschen schlägt er auf die Stimmung. Schuld daran ist vor allem die Dunkelheit. Einfach hinnehmen muss man die miese Laune dennoch nicht.

1. Licht

„Licht ist entscheidend für unsere Stimmung“, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Hans-Peter Marsch aus Herleshausen. Licht, das belegen zahlreiche Studien, sorgt für die Freisetzung verschiedener Hormone, die über unsere Gefühlslage entscheiden. Wer tagsüber also nicht genug helles Licht aufnimmt, kann als Folge unangenehme Symptome spüren: Ein- und/oder Durchschlafstörungen etwa, Appetitlosigkeit und Schwermut. Wie sehr jemand darauf reagiert, ist individuell unterschiedlich. „Zeit an der frischen Luft – und im Tageslicht – zu verbringen, ist in der dunklen Jahreszeit das Nonplusultra“, rät Dr. Hans-Peter Marsch.

2. Bewegung

Kalt, dunkel und womöglich auch noch nass: Im Winter draußen Sport zu treiben, kostet einiges an Überwindung, manche lassen es lieber gleich bleiben. Dabei ist Bewegung an der frischen Luft auch im Winter wichtig. „Und zwar im Idealfall täglich, bei Wind und Wetter“, rät der erfahrene Herleshäuser Mediziner. Wichtig sei, überhaupt in Bewegung zu kommen und dauerhaft am Ball zu bleiben – ob mit moderaten Spaziergängen oder mit fordernden Jogging-Einheiten. Zu beachten ist hier die korrekte Atmung: Sobald man aus der Puste kommt, atmen viele durch den Mund – so kommt gefühlt mehr und schneller Luft in die Lunge. Atemwege und Lunge aber fangen an zu schmerzen. Damit das nicht passiert, ist es wichtig, beim Sport im Winter durch die Nase zu atmen.

3. Atmosphäre

Im Winter sind viele Menschen etwas melancholischer. Sie verbringen vielleicht mehr Zeit zuhause, lassen das Jahr Revue passieren und sind nachdenklicher. Um den Winterblues zu vertreiben, könne es deshalb helfen, es sich in den eigenen vier Wänden so behaglich wie möglich zu machen. „Sich auf die Adventszeit und ihre Bedeutung einzulassen, Kerzen anzuzünden, Freunde einzuladen und gesellig zu sein, kann sich positiv auf die Stimmung auswirken“, sagt Dr. Hans-Peter Marsch. Überhaupt seien das Pflegen von Kontakten, gute Gespräche oder auch der Besuch eines Theaterstücks essenziell. „Die Interaktion macht den Unterschied“, weiß Dr. Hans-Peter Marsch. Einsame Nachmittage und Abende vor dem Fernseher seien dagegen kontraproduktiv.

4. Ernährung

Lebensmittel, die den Körper nicht noch zusätzlich belasten und träge machen, sind das Mittel der Wahl: Nüsse, Haferflocken, Fisch oder Reis. Auch Gewürze, die innerlich aufheizen, helfen dem etwas wintermüden Stoffwechsel: Zum Beispiel können Ingwer, Chili, Pfeffer und Zimt den Organismus in Schwung bringen. Wichtig: Kasteien soll sich niemand. „Die Adventszeit ist auch die Zeit des Genusses“, sagt Dr. Hans-Peter Marsch. Nichts spreche gegen den maßvollen Verzehr der selbst gebackenen Weihnachtsleckereien wie Plätzchen und Stollen. Und auch wenn ein Besuch des Weihnachtsmarktes zum Genuss des ein oder anderen Glühweins verleitet – Alkohol sollte verantwortungsvoll in Maßen genossen werden.

5. Hilfe suchen

Achtung: Der sogenannte, jahreszeitlich bedingte und begrenzte Winterblues ist keinesfalls gleichzusetzen mit der psychischen Erkrankung Depression. Anzeichen dafür können sein, dass sich die Betroffenen an nichts mehr erfreuen können und sie permanent erschöpft sind. Oft wird das begleitet von Schuldgefühlen und Hoffnungslosigkeit. Treten solche Symptome bei einem selbst oder Angehörigen auf, kann der Hausarzt oder in Notfällen ein Krankenhaus Hilfe leisten. Es gibt auch ein Info-Telefon zum Thema Depression, erreichbar unter der Nummer 0800/3 34 45 33. Von Emily Hartmann

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