„Außerordentlicher Einsatz

Für andere starkmachen: Helmar Friedrich aus Hitzerode erhält den Landesehrenbrief

Er setzt sich seit Jahrzehnten für Arbeitnehmer ein: Helmar Friedrich aus Hitzerode wurde mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.
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Er setzt sich seit Jahrzehnten für Arbeitnehmer ein: Helmar Friedrich aus Hitzerode wurde mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

Helmar Friedrich aus Hitzerode war schon immer jemand, der sich gerne für andere starkgemacht hat. Dafür hat er nun den Landesehrenbrief erhalten.

Hitzerode - „Es ist mir wichtig, für Gerechtigkeit zu sorgen“, sagt der 70-Jährige und lächelt. Und genau das hat er auch zeit seines Lebens getan.

Insbesondere für die Rechte von Arbeitnehmern setzte er sich im Betriebsrat, in der Gewerkschaft und auch als Schöffe vor Gericht ein. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Gemeinschaft hat er jetzt den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten.

Im kleinen Rahmen überreichte Landrat Stefan Reuß im Beisein von Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze dem Mann der Stunde seine Auszeichnung. Die große Feier ist aufgeschoben – aber nicht aufgehoben.

Der gelernte Dreher und Maschinenschlosser sitzt heute in seinem roten Samtsessel, als er von seinem Werdegang erzählt. In seiner Hand hält er einen Becher Kaffee mit dem Logo der Handwerkskammer. Helmar Friedrich ist Hitzeröder durch und durch: In dem Berkataler Ortsteil ist er geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Er lebt dort schon sein ganzes Leben.

Dreher-Lehre bei Massey-Ferguson

Nach dem Abschluss an der Hitzeröder Volksschule ging es für den damals 13-Jährigen in eine Lehre zum Dreher beim Pacoma-Vorgänger Massey-Ferguson in Eschwege, die er nach nur zwei Jahren abschloss. „Ich habe schnell gemerkt, dass mir die Arbeit zu eintönig ist. Ich wollte mich noch einmal verändern, ich war noch jung.“

Es folgte eine zweite Ausbildung bei Keller und Prahl, dieses Mal zum Maschinenschlosser. „Dort fing ich dann auch als Geselle an.“ Zwischendurch war der heute dreifache Vater bei der Bundeswehr und hat seine Frau Käthe geheiratet.

Von der Frankershäuser Metallbaufirma Hupfeld und Schlöffel wurde er nach einiger Zeit abgeworben. Bis zum Ruhestand arbeitete Friedrich mehr als 40 Jahre dort. Den Betriebsrat der Firma hat er im Jahr 1994 mitbegründet. 16 Jahre lang war er Betriebsratvorsitzender.

Bald sollte er sich aber nicht mehr nur noch firmenintern für die Rechte und Interessen von Arbeitnehmern starkmachen: „Die IG Metall hat mich etwa 1999 als Mitglied für die Vollversammlung der Handwerkskammer Kassel vorgeschlagen.“

Er wurde gewählt, wenige Jahre später wurde er Vorstandsmitglied. „Die Arbeitnehmer sind das letzte Glied in der Kette. Deshalb brauchen sie besonderen Schutz“, findet er.

Viele Ausschussposten und engagiert im Vereinsleben

Doch damit nicht genug, denn als Schöffe am Arbeitsgericht in Bad Hersfeld sowie am Landesarbeitsgericht in Frankfurt half er hauptamtlichen Richtern auch über die Bezirksgrenzen hinaus bei Fällen, die ein Arbeitsverhältnis betreffen. Mit seiner Expertise und seinen Erfahrungen konnte er die Situationen und Streitigkeiten vor Gericht einordnen.

Dazu kann er auch den Vorsitz im Ortshandwerksausschuss sowie dem Bezirkshandwerksausschuss der IG-Metall Kassel zu seinen Ämtern zählen, ebenso ist er jetzt noch Mitglied im regionalen sowie und Landeshandwerksbeirat der AOK Hessen.

Auch im Hitzeröder Vereinsleben engagiert sich der Hitzeröder: Mit seiner Tenorstimme bereichert er den Männergesangsverein, im Sportverein wandert er gern und fährt Rad. „Ich fahre 1200 Kilometer im Jahr“, sagt der 70-Jährige. Auch den Bürgerbus in Berkatal steuert er ehrenamtlich.

Das sind viele Ämter für eine einzelne Person. Das weiß auch Helmar Friedrich. „Das alles hätte ich nie ohne meine Familie geschafft, weil es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Vor allem meine Frau Käthe hat mir immer den Rücken freigehalten.“ (Jessica Sippel)

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