Sie sollen Lust auf Schule machen

Für Brüder-Grimm-Schüler werden Bildungspaten gesucht

Schule und Alltag begleiten: Die Bildungspaten sollen die Freude der Schüler auf die Schule stärken. Am Anfang wahrscheinlich in digitalen Treffen, später dann auch persönlich.
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Schule und Alltag begleiten: Die Bildungspaten sollen die Freude der Schüler auf die Schule stärken. Am Anfang wahrscheinlich in digitalen Treffen, später dann auch persönlich.

Der Hilferuf kam von der Schule. Gerade während der Pandemie hat das Kollegium der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege gemerkt, dass es an einige Schüler nicht mehr herankommt.

Eschwege – Sie tauchten geradezu ab, seien für die Pädagogen nicht mehr greifbar. Deswegen hat sich das Kollegium an das Schulamt gewandt. In Zusammenarbeit von Omnibus – die Freiwilligenagentur und dem WIR-Vielfaltszentrum Werra-Meißner mit dem Aufnahme- und Beratungszentrum (ABZ) des Staatlichen Schulamtes Bebra und der BGS Eschwege startet im Februar 2022 das Projekt Bildungspaten „Du und ich – Teamplay“ an der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege.

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Schüler mit Migrationshintergrund. Sie seien von den Lockdowns besonders betroffen gewesen.

Oftmals fehlten die Voraussetzungen, um das digitale Angebot der Schulen zu nutzen. Als die Schüler wieder in Präsenz unterrichtet wurden, offenbarten sich die Defizite.

„Auffällig war, dass die Sprache, die ja Schlüssel für Integration und gemeinsames Lernen ist, verloren gegangen war“, berichtet Aysegül Tas-Dogan vom Staatlichen Schulamt. Aber auch andere Schüler können sich melden. Ehrenamtliche Bildungspaten, die die Lehrer unterstützen, könnten das Problem lösen.

Die Bildungspaten, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen sollen, sollen Schule und Alltag der betroffenen Schüler und deren Familien in den Blick bekommen.

Dazu sollen sie sich einmal pro Woche für zwei Stunden mit den Schülern treffen, sich kennenlernen, Vertrauen aufbauen. Ziel ihrer Arbeit soll es sein, die Freude der Schüler auf die Schule zu stärken.

Aus Hygieneschutzgründen sollen die ersten Treffen online stattfinden. Sieben Schüler im Alter von zehn bis 16 Jahren haben bereits Interesse bekundet. Sie sind inzwischen mit Endgeräten ausgestattet.

Ansonsten finden die Treffen in der Schule oder an einem anderen öffentlichen Raum statt. Die Koordination der Bildungspaten übernimmt Omnibus – die Freiwilligenagentur.

Die Paten werden zuvor geschult und während der zunächst auf ein Schuljahr angelegten Patenschaft begleitet. Zwei Austauschtreffen pro Schulhalbjahr schaffen Raum für den Austausch der Engagierten untereinander. Die Bildungspaten sind in ihrem Engagement versichert.

Folgende Voraussetzungen sollten sie erfüllen: Lebenserfahrung, ggf. pädagogische Erfahrungen; Regelmäßigkeit im Engagement; Vertrauensperson auch für die Schule sein; Mit Arbeit und Spiel den Alltag begleiten; persönlichkeitsbildend; Schweigepflicht und Datenschutz.

Am 1. Februar findet um 18 Uhr ein Informationsabend mit Einführung in die Tätigkeit als Bildungspate statt.

Kontakt: Kathrin Beyer, 0 56 51/3 33 23 78, kathrin.beyer@fbs-werra-meissner.de oder Julia Kapinus, 0 56 51/3 02 30 30, julia.kapinus@werra-meissner-kreis.de.

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