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Für mehr Lohn: Präwema- und Stiebel-Eltron-Arbeiter streiken

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Fordern acht Prozent: (am Banner, von links) Betriebsratsvorsitzender Stefan Kolb, Elke Volkmann, Zweite Bevollmächtigte IG Metall Nordhessen, und Anja Neumann, Gewerkschaftssekretärin IG Metall Nordhessen.
Fordern acht Prozent: (am Banner, von links) Betriebsratsvorsitzender Stefan Kolb, Elke Volkmann, Zweite Bevollmächtigte IG Metall Nordhessen, und Anja Neumann, Gewerkschaftssekretärin IG Metall Nordhessen. © EDEN SOPHIE RIMBACH

Etwa hundert Beschäftigte von Präwema haben am Mittwoch am ersten von mehreren einstündigen Warnstreiks teilgenommen. Donnerstag beteiligte sich auch Mitarbeiter von Stiebel Eltron.

Eschwege – Angesichts steigender Preise fordern Arbeitnehmer aus der Metall- und Elektroindustrie die Entgelterhöhung. So auch bei Präwema in Eschwege.

„Wer die Preise kennt“, beginnt Anja Neumann den Ruf der Streikenden. Die antworten ihr: „Der will acht Prozent!“ Sie ist Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Nordhessen, die zu vier Warnstreiks aufgerufen hat. Anlass dafür ist, dass die IG Metall in der laufenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie eine Entgelterhöhung von acht Prozent fordert.

Gestern ruhte die Arbeit in zwei Produktionshallen und den Büros größtenteils. Rednerin Elke Volkmann, Zweite Bevollmächtigte bei der IG Metall Nordhessen, ging auf die Zahlung von insgesamt 3000 Euro als Teil des Entlastungspaket ein. Aufgeteilt werde dieser steuer- und abgabenfreie Betrag allerdings auf 30 Monate. Zudem handele es sich um keine tabellengerechte Erhöhung. Vor allem vor dem Hintergrund der durch die Coronapandemie geprägten Arbeit sei das nicht ausreichend. Elke Volkmann sagte, dass es die letzte tabellenwirksame Erhöhung der Monatsentgelte 2018 gab. Zwar könne sich die Erhöhung des Transformationsgeldes von 18,4 auf 27,6 Prozent des Monatsgehalts für 2023 sehen lassen, doch es sei jetzt monatlich mehr Geld nötig.

Mit Blick auf die ergebnislose vierte Tarifverhandlung für Bayern und Baden-Württemberg am vergangenen Dienstag sei man gespannt, wie diese heute für Hessen, das Saarland und Rheinland-Pfalz ausfallen. Wenn diese ergebnislos bleiben sollten, werde man zu erneuten Warnstreiks aufrufen. „Das ist nicht unser Ziel“, betonte Elke Volkmann mit Blick auf mögliche Streiks von 24-stündiger oder längerer Dauer. Doch diesen wirtschaftlichen Druck werde man möglicherweise ausüben müssen.

Die Unternehmen hätten trotz aktueller Krisen „exorbitant hohe“ Gewinne erwirtschaftet. „Und sie verweigern einfach euren gerechten Anteil“, so Elke Volkmann zu den Streikenden. Deutsche Arbeitgeber hingegen geben an, dass Faktoren wie steigende Energiekosten, Rohstoff-, Material- und Arbeitskräftemangel die Unternehmen in hohem Ausmaß belasten würden. Angesichts einer Inflationsrate von über zehn Prozent für den vergangenen Monat Oktober und einer prognostizierten Inflationsrate von über acht Prozent für 2022 sei auch die Politik gefragt. Zur erreichten Energiepauschale in Höhe von 300 Euro für den September müssten noch einmal 500 Euro hinzukommen. Auch der Betriebsratsvorsitzende Stefan Kolb richtete einige Worte an die Streikenden in Eschwege.

Am Donnerstag (10.11.2022) folgten von 5 bis 6 Uhr, von 6 bis 7 Uhr und von 21 bis 22 Uhr weitere bei Stiebel Eltron sowie in Hatzfeld (Eder) und Baunatal. (Eden Sophie Rimbach)

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