Sammelleidenschaft begann 1987

Kurioses Hobby: Fürstenhagener sammelt Aschenbecher mit Brauereiwerbung

Sammlung umfasst 950 Stücke: Paul Schenk aus Fürstenhagen kollektiert seit 28 Jahren Porzellan-Aschenbecher mit Bier- und Brauereiaufdrücken. Die kleine Schale in seiner rechten Hand ist etwa 100 Jahre alt, der Aschenbecher mit dem Schiff-Knauf in seiner linken ist sein liebstes und seltenstes Stück. Fotos: Leissa

Fürstenhagen. Es begann mit einem kleinen, rot-schwarzen Aschenbecher der Brauerei Beck's, den Paul Schenk aus Fürstenhagen auf einem Flohmarkt entdeckte und der die Sammelleidenschaft in ihm weckte.

„Er war eigentlich ganz simpel. ,Der sieht gut aus, das könntest du sammeln‘, dachte ich damals“, erzählt der 66-Jährige. Das war 1987. Mittlerweile hat der Rentner 950 Aschenbecher mit Bier- und Brauereiwerbung.

Alle aus Porzellan, sagt er stolz. Er habe sich früh darauf spezialisiert, weil man Brauerei-Artikel sonst quasi endlos sammeln könne. „Bierdeckel, Gläser, Flaschenöffner und eben auch Aschenbecher, aber noch vieles mehr“, zählt Schenk auf, während sein Blick über die flachen Teller-Aschenbecher streift, die er dekorativ an die Wände seines Kellerraums angebracht hat. Hunderte von Aschenbechern glitzern imSchein des warmen Deckenlichts - es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Schenks Sammlung.

Immer seltener 

Im Vergleich zu den anderen Sammelartikeln stellen Aschenbecher nur einen verschwindend geringen Teilbereich dar, sagt er wehmütig, denn sie werden immer seltener produziert: „Mit dem Rauchverbot in Gaststätten hat sich das Rauchverhalten der Menschen geändert. Kneipen und Wirtshäuser bestellen keine Aschenbecher mehr, daher gibt es meist nur noch die typischen runden Aschenbecher mit zylindrischer Erhebung aus Kunststoff oder Glas.“

Großes Porzellan: Schenk besitz auch Stammtisch-Aschenbecher mit Knauf, wie in diesem Beispiel, oder mit Bügeln zum Anheben.

Bei den älteren Modellen gebe es aber laut Schenk noch eine Vielzahl an Möglichkeiten: Die Tabakschalen gibt es aus Keramik, Blech, Silber oder Glas, sie sind mal so groß wie eine Handfläche, mal wie eine Servierplatte. Ihre Formen sind oval, rund, eckig und ihre Motive sind in verschiedenen Farben gedruckt. Obwohl er sich nur auf Porzellan festgelegt habe, gebe es auch bei diesen viel zu entdecken. „Wenn Paul einen neuen Aschenbecher findet, der einem aus seiner Sammlung ähnlich sieht, muss ich manchmal fünfmal hinschauen, bis ich die Unterschiede entdecke“, sagt Ehefrau Marion Schenk und lacht.

Foto und Daten in Ordner 

Es sind die kleinen Unterschiede, die Paul Schenks Herz höher schlagen lassen: Ein anderer Aufdruck, eine Schriftart oder ein Farbton, auch der Unterschied zwischen Siebdruck- und Emaille-Motiven oder gar handbemalt, ein Knauf oder Haltebügel oder als geschlossene Variante mit Deckel. Die meisten seiner Stücke findet er im Internet. Den Überblick behält Schenk, indem er seine Funde händisch katalogisiert. „Es gibt leider kein Computerprogramm, das meinen Wünschen entspricht. Also fotografiere ich sie und notiere alle wichtigen Daten, drucke es aus und hefte es in einen Ordner“, sagt Schenk. Bei der Suche nach den Porzellanherstellern und dem Alter seiner Aschenbecher hilft ihm ein spezielles Lexikon.

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Haben Sie auch eine Sammelleidenschaft? Egal, ob Briefmarken, Geschirr, Plüschtiere oder Sammelkarten - erzählen Sie uns von Ihrem außergewöhnlichen Hobby.

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