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Fußballreporter Jörg Dahlmann liest am 10. November im Eschweger E-Werk

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Von: Tobias Stück

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Der Sportreporter Jörg Dahlmann bei einem Einsatz für Sport 1 im Kasseler Auestadion.
Der Sportreporter Jörg Dahlmann bei einem Einsatz für Sport 1 im Kasseler Auestadion. © HNA KS

Der Fußballreporter und Kommentator Jörg Dahlmann berichtet seit fast 40 Jahren über den Profifußball. Darüber hat er ein Buch geschrieben, aus dem er am 10. November lesen wird.

Eschwege – „Sollen sie mich doch rausschmeißen“, reportierte Jörg Dahlmann an seinen Arbeitgeber SAT.1 gewandt 1993 beim legendären Tor des Frankfurter Jay-Jay Okocha, als der Nigerianer den Karlsruher Torwart Oliver Kahn narrte und mehrfach ins Leere laufen ließ. Aufgrund der Einzigartigkeit des Tores ließ Dahlmann seinen Gefühlen freien Lauf – in der Gewissheit, dass ihn sein Auftraggeber für die Ausübung seines Berufes nicht vor die Tür setzen würde. Heute, fast 30 Jahre später, ist Dahlmann schlauer. Für sein lockeres Mundwerk musste Dahlmann gehen.

Für sein lockeres Mundwerk musste Jörg Dahlmann gehen

Dahlmanns extrovertierter und emotionaler Stil brachte dem gebürtigen Gelsenkirchener einen Ruf als Kult-Kommentator ein, sorgte immer wieder jedoch auch für Kritik. Seinem letzten Sender Sky passte seine Flapsigkeit nicht mehr. Weil er für Japan das Synonym „Land der Sushis“ verwandt hatte, setzte ihn der Sender vor die Tür, bevor sein Vertrag ausgelaufen wäre. Dahlmann habe sich „bei seinen Kommentaren nun mehrfach unsensibel und unpassend verhalten“, begründete der Sender die Entscheidung. In sozialen Medien war ein sogenannter Shitstorm gegen den 63-Jährigen vorausgegangen. Ihm wurde Rassismus vorgeworfen. Dahlmann verstand den Rauswurf als „Mobbing“ des Senders und nannte ihn „unfair“. Mit dem Rauswurf beim Pay-TV-Sender hat Dahlmann nach eigener Aussage mittlerweile abgeschlossen, hat derzeit kein Engagement.

Seit 1983 berichtet Jörg Dahlmann über Fußball

Seit 1983 berichtet Dahlmann über Fußball. Zunächst beim ZDF, später bei Premiere, SAT.1 oder Sport 1 und schließlich bei Sky. „Immer geradeheraus: Tore, Typen, Turbulenzen – meine wilde Zeit als Fußballreporter“, heißt das Buch über sein Leben. Hier erzählt er von den sportlichen und persönlichen Highlights in seinem Reporterleben, von magischen Fußballmomenten und besonderen Begegnungen in der glitzernden Welt des Profisports. Er berichtet von Machtkämpfen und Intrigen hinter den Kulissen des TV-Geschäfts und „scheut sich nicht, Ross und Reiter beim Namen zu nennen, wenn es um Lob und Kritik geht“, heißt es in der Ankündigung seines Verlags.

Am 10. November wird Jörg Dahlmann in Eschwege aus seinem Buch lesen

Der Eschweger Stefan Morhardt, Zweiter Vorsitzender der Spielvereinigung Eschwege, die zusammen mit der Buchhandlung Heinemann die Lesung veranstaltet, hat den Kontakt zu dem Reporter hergestellt. Am Donnerstag, 10. November, wird Dahlmann aus seinem Buch lesen und anschließend mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Die Lesung beginnt um 19 Uhr, Einlass ist um 18 Uhr. Karten gibt es in der Buchhandlung Heinemann, bei Lotto-Wagner, der Tourist-Information am Obermarkt, bei der Mobilitätszentrale Merkel & Günther am Stadtbahnhof sowie online unter kultur-eschwege.de (Tobias Stück)

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