Justus Frantz gab ein umjubeltes Konzert im Kultur- und Kongresszentrum

Geballte pianistische Schönheit

Ein gern gesehener Gast in Bad Sooden-Allendorf: Der Pianist Justus Frantz. Archivfoto: nh

Bad Sooden-Allendorf. Wenn Justus Frantz in der Kurstadt auftritt, hat er immer ein Heimspiel. Er wird auf der Bühne so herzlich gegrüßt wie ein guter Freund, den man nach längerer Abwesenheit, wiedersieht. Die Freude ist echt – und beiderseitig. Denn auch Frantz freut sich aufrichtig, mal wieder vor seinen hiesigen Fans spielen zu können.

Und so herrschte bei der Veranstaltung an diesem Freitag im stark besuchten Kultur- und Kongresszentrum eitel Sonnenschein – mit einem vergnügten Publikum und einem gut gelaunten Plauderer und, am Klavier, gut disponierten Interpreten, der seinem Publikum alles schenkte, was es sich von ihm gewünscht hatte.

Der Abend ging den gewohnten Weg. Nach einer ersten Plauderei, bei der Frantz von seinen letzten beeindruckenden Erfolgen auf der internationalen Konzertbühne so nebenbei berichtete, entzückte er die Zuhörer mit seiner ersten Interpretation: Beethovens „Pathétique“, der Beginn eines herrlichen „Wunschkonzerts“ mit den drei wohl berühmtesten Klaviersonaten des Meisters.

Nach dem Eingangsstück sollten noch die „Mondscheinsonate“ und, nach der Pause, die „Appassionata“ folgen – geballte pianistische Schönheit, die vom weißhaarigen Mann am Flügel mit verklärter Meisterschaft und innerlicher Hingabe mitreißend interpretiert wurde. Vor mehr als 40 Jahren hat Justus Frantz als Pianist seine internationale kometenhafte Karriere begonnen. Und auch wenn er inzwischen auf vielen Feldern große Erfolge feierte, scheint sein Herz vor allem fürs Klavier zu schlagen. Hier gibt er sich wie an diesem Abend seinem Empfinden hin und öffnet den Zuhörern eine wundervolle Musikwelt.

Da saß nicht mehr der gewandte Charmeur am Klavier, sondern ein in sich gekehrter Künstler, der die Musik durchlebt, die er mit großem Ernst und innerer Anteilnahme gestaltet - mit jener Souveränität, die in ihm den gewandten, erfahrenen Pianisten erkennen lässt.

Das hingerissene Publikum spendete nach jeder Interpretation Ovationen in Orkanstärke. Und der sichtlich gerührte Künstler bedankte sich auf seine Weise: mit Zugaben, insgesamt viermal, darunter drei Stücke von Chopin. Es war ein toller Abend unter Freunden.

Von Francisco Pujiula

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